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Mai 2018


Baptiste Romain: Neue CD

Bild Miroir de MusiqueIn seculum Viellatoris, so heißt die neue CD von Baptiste Romain, auf der er gemeinsam mit seinem Ensemble Le Miroir de Musique die Geschichte der Fidel vom 13. bis ins 15. Jahrhundert nachzeichnet. So kann man hier Troubadour-Lieder ebenso finden wie beispielsweise eines der frühesten Instrumentalstücke, die je notiert wurden, aus dem 14. Jahrhundert, aber auch polyphone Werke des 13. bis 15. Jahrhunderts in unterschiedlichen Besetzungen aus Sängern und Instrumentalisten.

Baptiste Romain hat diese CD zum Anlass seiner Berufung auf die Professur für Streichinstrumente des Mittelalters und der frühen Neuzeit an der Schola Cantorum Basiliensis in Angriff genommen - und herausgekommen ist ein ungemein reizvoller Überblick über die Entwicklung der Vorläufer der modernen Violine in ihren verschiedenen Formen und Einsatzgebieten. Da hört man ihn also mit Fidel, Rubebe oder Crwth (und auch auf dem Dudelsack!) im Zusammenspiel mit insgesamt vier Sängern, Harfe, zwei weiteren Fideln, Percussion und Laute, und erlebt insofern ein ungemein abwechslungsreiches Portrait der frühen Streichinstrumente. Übrigens auch hinsichtlich des Repertoires: Viel von dieser Musik strömt Ruhe und Andacht aus, doch zwischendrin sorgen wilde Tänze für Stimmung, innige Liebeslieder für sehnsuchtsvolle Seufzer.

Hier können Sie mit dem anonymen J'aime la biauté einen Vorgeschmack dieser wunderbaren Einspielung genießen:



Und sehen Sie hier einen Ausschnitt aus dieser klingenden Musikgeschichtsstunde als Video auf unserem YouTube-Kanal.


Breathtaking in Regensburg

Bild Breathtaking PragGerade kam sie von einem Bach-Kantatenkonzert am Wiener Konzerthaus mit Luca Pianca und seinem Ensemble Claudiana - und danach ging es fast direkt weiter zum Bach-Kantatenring mit Gardiners Monteverdi Choir, mit dem sie den ganzen Monat Juni auf Tour sein wird. Aber zwischendurch war für Hana Blažíková dann doch einmal wieder Zeit für Breathtaking!

Dieses Programm, in dem Hana gemeinsam mit dem Zinkenisten Bruce Dickey die klanglichen und atmosphärischen Gemeinsamkeiten von Sopranstimme und Zink eruiert, erklang diesmal am 19. Mai bei den Tagen der Alten Musik Regensburg, in der akustisch wunderbar dafür geeigneten Schottenkirche St. Jakob.
Die Resonanz des Publikums: Enthusiastisch, wie üblich!

Und übrigens: Dieses so ungemein faszinierende Programm wird eine Fortsetzung bekommen! Mehr in Kürze auf dieser Website...

Hören Sie hier Tarquinio Merulas Nigra sum, ein Stück aus Breathtaking:



Tobie Miller und die barocke Drehleier

Bild Tobie MillerOhnehin gibt es auf der ganzen Welt nur sehr wenige Musiker, die sich ernsthaft und aus der Perspektive der historischen Aufführungspraxis (nicht der Volksmusik) mit der Drehleier beschäftigen - und Tobie Miller ist sicherlich eine der besten und bekanntesten von ihnen.

Neben ihren Auftritten als Solistin bei diversen Orchestern und Ensembles sowie den Konzerten mit ihrem eigenen Ensemble Danguy wird die Musikerin auch immer wieder als Dozentin zu Kursen und Meisterklassen für ihr Instrument eingeladen. So gab sie auch vom 28. April bis zum 1. Mai Unterricht für Studenten und junge Musiker auf der Drehleier bei der Académie des Musiciens de Saint-Julien in Grenier de la Mothe in der Normandie, gemeinsam mit ihrem Kollegen François Lazarevitch, der Musette unterrichtete.

Hier können Sie Tobie einen von ihr selbst für die Drehleier arrangierten Satz aus der Partita Nr. 3 in E-Dur für Violine in einer Liveaufnahme spielen hören, das Prelude:



In Kürze wird übrigens beim Label Ricercar auch ihre neue Solo-CD erscheinen, auf der sie mehrere der Bach'schen Suiten für Violine und Violoncello in eigenen Arrangements für die Drehleier vorstellt.


April 2018


Barbora Kabatkova und Sabine Lutzenberger: Stuttgart Barock

Bild Barbora und SabineGeplant war alles ganz anders: Eigentlich sollten die beiden Sopranistinnen Hana Blažíková und Barbora Kabátková am 21. April beim Festival Stuttgart Barock ihr Mittelalterprogramm «Heiliger Krieg: Musik der Kreuzzüge» mit zwei gotischen Harfen präsentieren. Doch dann wurde Hana am Tag vor dem Konzert krank - was tun? Nicht jede Sängerin ist in der Lage, innerhalb eines Tages ein abendfüllendes Programm mit vollkommen unbekanntem Repertoire zu lernen, geschweige denn, sich in die stilistischen Eigenheiten und die Notation der mittelalterlichen Musik einzufinden oder spontan okzitanische Texte auszusprechen.
Doch zum Glück ist Sabine Lutzenberger eine der ganz wenigen, die das können - und sie sprang kurzfristigst ein!

So bekamen die Besucher dieses Nachtkonzertes in der Stuttgarter Hospitalkirche zwar eine etwas andere Besetzung, aber eine nicht weniger reizvolle Aufführung geboten, als sie erwartet hatten.
Mit mittelalterlicher Blockflöte und Glocken setzte Sabine instrumental etwas andere Akzente, die dem Repertoire aber ebenso gerecht wurden, wie Barboras gotische Harfe - und die Stimmen dieser beiden so mittelalter-erfahrenen Sängerinnen harmonierten auf's Prächtigste.

Das Konzert wurde von SWR 2 mitgeschnitten und wird auf diesem Sender am 23. Juni um 20:03 Uhr ausgestrahlt werden. Am 4. Juli folgt auf dem gleichen Programm ein best of, ebenfalls um 20:03 Uhr.


Neue CD Les Voix humaines: Lachrimae

Bild Les Voix humainesJohn Dowlands Zyklus Lachrimae gehört zum Standardrepertoire jedes Gambenconsorts, und natürlich gibt es auch schon zahlreiche Aufnahmen dieses fantastischen Werks. Insofern sollte sich ein Ensemble, das den bereits vorhandenen Einspielungen noch eine hinzufügt, sehr sicher sein, dass es auch wirklich etwas Neues, etwas Eigenes zu Dowland zu sagen hat.
Bei Les Voix humaines ist das ohne jeden Zweifel der Fall: Nie dürfte man die Pavanen, Galliarden und Almanden dieses englischen Meisters der Melancholie so intensiv und schwermütig, nie aber auch so reich diminuiert und damit schwebend-fließend gehört haben, wie auf dieser jüngsten Einspielung der kanadischen Gruppe, die soeben beim Label Atma Classics erschienen ist!

Gemeinsam mit dem Lautenisten Nigel North haben sich die fünf Gambisten um Susie Napper und Margaret Little hörbar sehr ausführlich mit den Stücken auseinandergesetzt - und keines der hier präsenten, durchaus auch einmal ungewöhnlichen Interpretationselemente ist dem Zufall geschuldet. Da experimentieren die Musiker etwa mit Agogik und Pausen, so dass man sich gelegentlich an menschliche Atmung erinnert fühlt, variieren ungemein reich und feinfühlig in der Dynamik, und lassen sich noch so manch anderes einfallen, um den Dowland'schen Zyklus so plastisch und mitreißend wie möglich zu musizieren. Das alles selbstverständlich mit makelloser Technik, perfekter Intonation.

Hören Sie also hier in die Lachrimae Antiquae hinein und genießen Sie Melancholie at its best: Schwellende Tränenfluten, in Klang gegossen:



Alex Potter und Wolf Matthias Friedrich: Hohe Messe in Budapest

Bild MatthiaskircheEs war ein faszinierendes Konzert an einem wunderschönen Ort: Das Hungarian National Philharmonic Orchestra hatte Countertenor Alex Potter und den Bassisten Wolf Matthias Friedrich für eine Aufführung von Bachs Hohe Messe h-Moll in der herrlichen Matthiaskirche in Budapest eingeladen.

Das Konzert am 23. April stand unter der Leitung von Maestro Zsolt Hamar und zeigte, wie feinsinnig und sensibel sich auch ein Symphonieorchester, das sonst Brahms und Mahler spielt, auf Bachs filigranere Strukturen, seinen instrumentaleren Vokalstil einzustellen in der Lage ist. Die beiden Sänger, die in ihren Partien in gewohnter Weise begeisterten, waren jedenfalls ebenso angetan von der Aufführung, wie das Publikum!

Das Konzert wurde vom ungarischen Radio mitgeschnitten.

Hören Sie Alex Potter hier die Arie Es ist vollbracht aus Bachs Johannes Passion in einem live-Mitschnitt singen:



Gerlinde Sämann: Teatime mit Händel

Bild Gerlinde Sämann«Gerlinde Sämann bringt die Klänge zum Leuchten», so überschrieb die Basellandschaftliche Zeitung ihre Rezension eines Konzertes, in dem Sopranistin Gerlinde Sämann mit der in Bern beheimateten Freitagsakademie am 17. April bei den Baselbieter Konzerten im schweizerischen Liestal zur größten Begeisterung des Publikums brillierte. Und auch die Zeitung in Lindau, wo das Programm am 19. April erklang, titelte im gleichen Sinne: «Anmut und Leuchtkraft», so stand es da über einer ebenfalls sehr hymnischen Kritik.
Diese Aussagen bezogen sich auf das Programm «Handel's Teatime», in dem die Sängerin und fünf hervorragende Instrumentalisten Werke von Händel und seinen Zeitgenossen aus verschiedenen Regionen Europas zu Gehör brachten, nämlich von Francesco Geminiani und Henry Purcell. Unter anderem präsentierte das Ensemble da einige von Händels Deutschen Arien, aber auch etwa Purcells O let me weep. Darüber heißt es in der Kritik dann: «Ob das herzzerreissend traurige Let me weep oder das vor Lebenslust und Fröhlichkeit sprühende Meine Seele hört im Sehen von Händel: Ohne jegliche Künstlichkeit und Übertreibung erreicht sie einen gänzlich unverfälschten Ausdruck. Ihre Stimme ist in allen Lagen und Lautstärken von grosser Klarheit und erreicht bei voller Entfaltung ein warmes Strahlen. Technisch versiert, setzt sie das Vibrato sehr sparsam ein und die Klänge scheinen geradezu mühelos aus ihr herauszuströmen».

Erleben Sie hier einen Ausschnitt aus einem der Konzerte als Video auf unserem YouTube-Kanal.


Breathtaking in Prag

Bild Breathtaking PragUnd wieder einmal war es atemberaubend: Das Programm Breathtaking, mit Star-Sopranistin Hana Blažíková und dem «Vater aller Zinkenisten» Bruce Dickey, das übrigens vor zwei Jahren auch auf CD erschienen ist, reist die Zuhörer immer wieder zu wahren Beifallsstürmen hin.
Diesmal hatte Hana Blažíková dabei ein Heimspiel, denn es erklang in der prächtigen Kirche der Heiligen Simon und Juda in der Prager Altstadt, im Rahmen der Konzertreihe des Prager Symphonie-Orchesters - und die Zuhörer waren auch hier begeistert.

Lauschen Sie hier in Sigismondo D'Indias Langue al vostro languir hinein, ein Stück aus diesem Programm:



März 2018


Gerlinde Sämann: Karfreitag in der Thomaskirche

Bild Gerlinde SämannEs war nicht nur ein besonderes Vergnügen für Sopranistin Gerlinde Sämann, sondern auch eine besondere Ehre: Bachs Matthäuspassion am Gründonnerstag und Karfreitag, 29. und 30. März an dem Ort zu singen, wo das Werk am Karfreitag 1729 uraufgefüht wurde, der Leipziger Thomaskirche.

Unter Leitung von Thomaskantor Gotthold Schwarz musizierte sie hier zusammen mit dem Thomanerchor Leipzig und dem dortigen Gewandhausorchester. Das Konzert am Karfreitag wurde von den Radiosendern mdr Kultur und Deutschlandradio Kultur live übertragen.

Und die Kritik reagierte begeistert auf Gerlinde Sämanns Interpretation: «Mit ihrem glockenreinen Sopran betört hingegen Gerlinde Sämann in der Arie Aus Liebe will mein Heiland sterben, gewissermaßen das Herzstück der gesamten Matthäus-Passion.» hieß es am 31. März in der Leipziger Volkszeitung - ein Urteil, das wohl jeder wird nachvollziehen können, der sie schon einmal mit einer Bach'schen Arie gehört hat.

Überzeugen Sie sich hier selbst davon, in der traumhaft gesungenen Arie Johann Sebastian Bachs Die Seele ruht in Jesu Händen (aus BWV 127).



La Divina Armonia: Neapolitanische Passion

Bild La Divina ArmoniaNeapolitanischer Barock: Das ist nicht nur ein Synonym für Prachtentfaltung auf der Opernbühne, sondern auch für stimmliche Perfektion und tiefste, leidenschaftliche Hingabe an das jeweilige Sujet in der geistlichen Musik.
Diesem faszinierenden Repertoire widmete sich La Divina Armonia unter Leitung von Lorenzo Ghielmi mit ihrem diesjährigen Passionsprogramm, bei dem neben Pergolesis anrührendem Stabat Mater auch einige gänzlich unbekannte, teils gar gerade erst von Ghielmi wiederentdeckte Werke zur Aufführung kamen - wie ein Concerti von Francesco Durante, oder zwei Lamentationen für solistische Sopran-, beziehungsweise Altstimme von Francesco Feo.

Zu hören war diese intensive musikalische Auseinandersetzung mit dem Passionsgeschehen am 24. März in der Mailänder Basilika San Simpliciano und am 25. März im Salzlager Hall in Tirol, im Rahmen des dortigen Osterfestivals.

Sehen Sie hier einen Ausschnitt aus dem Mailänder Konzert als Video auf unserem YouTube-Kanal.


Februar 2018


Alex Potter: Purcell-Rezital

Bild Alex PotterOrpheus Britannicus & friends war das Programm überschrieben, das Countertenor Alex Potter und Patrick Ayrton, Cembalo und Orgel, im Februar und März an diversen Orten mit großem Erfolg zur Aufführung brachten: Am 9. und 10. Februar in Utrecht, beim Purcell-Dag der Organisatie Oude Muziek, am 11. Februar in Amsterdam und am 4. März im belgischen Hasselt.

In diesem Programm geht es Alex Potter darum, neben der Musik des auch heute noch wohlbekannten Starkomponisten Purcell auch die einiger seiner Zeitgenossen in den Fokus zu rücken, die heute nahezu vergessen sind - entschieden zu Unrecht, wie der Sänger befindet!
So erklang neben beispielsweise Purcells Evening hymn auch Werke von Henry Lawes, Matthew Locke, John Blow, Pelham Humpfrey, Nicholas Lanier oder Thomas Tomkins: Allesamt Namen, die relativ selten auf Konzertprogrammen auftauchen, deren Werke aber ebenso reizvoll zu nennen sind, wie die Purcells.

Überzeugen Sie sich hier selbst, in Pelham Humfreys A Hymne to God the father



Januar 2018


Neu bei SONUS: Les Voix humaines!

Bild Les Voix humainesVon Dowland bis Bach, von Monsieur de Ste Colombe bis Vivaldi: Wer jemals geglaubt haben sollte, Gambenrepertoire sei ein recht übersichtliches Feld, der wird von Les Voix humaines unwiderruflich eines Besseren belehrt.
Denn ob als Gambenduo, Consort oder auch mit diversen anderen Instrumenten und Sängern, beschäftigen sich Susie Napper, Margaret Little, Mélisande Corriveau und Felix Deak nicht nur mit dem traditionellen Consort-Repertoire, sondern sie bearbeiten - ganz im Sinne der zeitgenössischen barocken Praxis - auch andere geeignete Werke für ihre Instrumente. Mit verblüffenden Ergebnissen!

Doch auch in vielen anderen Hinsichten bringt diese kanadische Gambenformation frischen Wind auf die Konzertbühne: Sei es mit ihrem ansprechenden und spontanen Auftreten, mit ihrem hochenergetischen, technisch exzellenten, dabei oft sehr freien aber immer wohlüberlegten Spiel oder ihren intelligenten Programmen, die nicht nur fundiert zusammengestellt, sondern stets auch spannungsreich und unterhaltend sind. Kurz: Les Voix humaines versucht ein durchaus komplexes Repertoire so niederschwellig wie möglich zu vermitteln, ohne doch aber jemals Abstriche an die musikalische Qualität zu machen. Eine wahrhaft seltene Mischung!

Hören Sie hier in ein Stück Vivaldi (ja, wirklich!) hinein: Vier Jahreszeiten für vier Gamben...



Gunar Letzbor nimmt Mozart-Sonaten auf

Bild CD-Aufnahme MozartAls der jugendliche Wolfgang Amadeus Mozart 1777/78 mit seiner Mutter auf der Reise nach Paris in Mannheim länger als geplant verweilte, schnupperte er reichlich musikalische Frischluft: Hier residierten, besonnt vom Glanze des Kurfürsten Carl Theodor, musikalische Trendsetter der Zeit, wie Stamitz oder Cannabich, deren neue Ideen Mozart begierig aufsog. Dies bezeugen unter anderem seine Mannheimer Sonaten, für Violine und Clavicembalo in denen der junge Salzburger Komponist sich die neuen Stilelemente aneignete und – Feuer und Flamme für die Sängerin Aloysia Weber – kammermusikalische Meisterwerke schuf, die von zarter Liebe ebenso sprechen, wie von feuriger Verehrung.

Diese Sonaten spielte Geiger Gunar Letzbor, Leiter des Ensembles Ars Antiqua Austria, in der letzten Januarwoche zusammen mit Erich Traxler am Cembalo auf CD ein, und entdeckte dabei - nach sorgfältiger Lektüre von Mozarts Briefen und zahlreichen anderen Quellen aus dieser Zeit - so manch neue Seite an den Werken. Wie üblich bei diesem Musiker dürfte also auch diese Aufnahme wieder für die eine oder andere musikalische Überraschung, einige Aha-Effekte sorgen!

Die CD wird im Sommer dieses Jahres beim Label Arcana erscheinen. Hier können Sie einen Vorabeindruck aus KV 303 genießen:



CD-Einspielung Le Miroir de Musique

Bild Miroir de MusiqueMit Einführung des Streichbogens im Abendland gegen Ende des 10. Jahrhunderts fand die Fidel ihren Platz in unserer musikalischen Welt - die als Vorläuferin der modernen Violine in ihrer Bedeutung gar nicht zu überschätzen ist. Doch auf dem Weg in die 1520er Jahre, bis sich aus diesem ersten gestrichenen Saiteninstrument tatsächlich die Violine entwickelte, gab es noch viele Zwischenschritte, unterschiedlichste Formen, Spielweisen und Stimmungen in den verschiedenen Ländern und Regionen Europas.

Diesen Weg über fünf Jahrhunderte zeichnet Baptiste Romain mit seinem - in diesem Falle mit vier Vokalstimmen und sieben Instrumentalisten sehr groß besetzten - Ensemble Miroir de Musique auf seiner neuen CD nach, welche die Gruppe soeben eingespielt hat.

Die CD mit dem Titel In Seculum Viellatoris wird im Frühjahr beim Label Ricercar erscheinen.
Freuen Sie sich schon jetzt, und lauschen Sie hier schon einmal in eine vermutlich zu Beginn des 14. Jahrhunderts entstandene anonyme Uitime estampie Real, ausgeführt mit Fidel und Percussion, hinein - eines der frühesten erhaltenen Beispiele von Instrumentalmusik überhaupt:



Dezember 2017


Gerlinde Sämann: Weihnachtsoratorium

Bild GerlindeEs ist - wie so ziemlich jedes barocke oder klassische Stück, das nur virtuos und hoch genug ist - einfach eine Paraderolle für sie: Sopranistin Gerlinde Sämann sang am 16. und 17. Dezember sämtliche Kantaten von Bachs Weihnachtsoratorium mit dem Bachchor Stuttgart unter Leitung von KMD Jörg-Hannes Hahn. Sie schwebte durch die getragenen Teile, meisterte die Koloraturen scheinbar mühelos und mit viel Drive.

Bei den beiden Konzerten in der Stadtkirche Bad Cannstadt kam neben den sechs Kantaten Bachs aber auch noch das bekannte Te Deum von Antoine Charpentier zur Aufführung.


November 2017


Neuentdeckung und CD-Aufnahme Ars Antiqua Austria

Bild AAA AufnahmeRupert Ignaz Mayr (1646-1712) war ein höchst vielseitiger und faszinierender, wohl in Passau und Paris ausgebildeter und dann unter anderem in München, Freising, Regensburg und Passau tätiger Violinist und Komponist des Barock - dessen Musik im Laufe der Jahrhunderte unverständlicherweise in Vergessenheit geraten ist. Geiger Gunar Letzbor hat nun eine Reihe von Werken Mayrs aus dessen Sammlung Sacri Concentus wieder ausgegraben und ediert, und einige davon soeben auch auf CD eingespielt. Übrigens als Auftakt zu einer Serie von mehreren Aufnahmen, auf die man sich bereits jetzt freuen darf!

Gemeinsam mit seinem Ensemble Ars Antiqua Austria - das sich nicht umsonst Ensemble für neue Barockmusik nennt - und einigen Vokalsolisten nahm er im wunderschönen Ambiente des Stift St. Florian in Linz diverse Psalmen und Hymnen auf, die Mayr als ungeheuer farbenreichen Komponisten zeigen, der in seinem Werk den von italienischen Musikern geprägten Stil des Münchner Hofs um 1700 mit französischer Rafinesse und Anklängen selbst an bayerische Volksmusik vereint, und somit ein ganz eigenes und höchst anziehendes Kolorit aufweist.

Lauschen Sie hier in eine Aufnahmesitzung hinein, in der Ars Antiqua Austria und Alois Mühlbacher, Solist der St. Florianer Sängerknaben, Mayrs Hymnus Venite gentes für Sopran, zwei Violinen, zwei Violen und Continuo musizieren.



Oktober 2017


Neu bei SONUS: Barbora Kabátková

Bild BarboraSie ist nicht nur eine fantastische Sängerin, sondern auch eine sehr sympathische Person - und so freuen wir uns sehr, künftig die tschechische Sopranistin Barbora Kabátková vertreten zu dürfen: Herzlich willkommen bei Sonus!

Barbora ist im Grunde eine für die Alte Musik Szene sehr typische Musikerin: Sie studierte nicht einfach Gesang an irgendeinem Konservatorium, sondern sie beschäftigte sich neben ihrer Gesangsausbildung auch noch an der Universität mit Chorleitung, Kirchenmusik und Musikwissenschaft. Mit ihrem eigenen Ensemble Tiburtina ist sie auf mittelalterliche Musik spezialisiert, singt aber auch viel in Vokalensembles, und darüber hinaus forscht sie auch noch zu Themen der Gregorianik und der mittelalterlichen Musik im Allgemeinen.
In ihre Gesangskarriere, die in den letzten Jahren zunehmend internationale Züge annahm, rutschte sie quasi hinein: Nachdem sie eher nebenbei erste Partien des barocken Repertoires bei Ensembles wie Collegium 1704 oder dem Collegium Marianum übernommen hatte, entdeckten mehr und mehr Dirigenten und Veranstalter ihres warmen, aber perfekt fokussierten Soprans, und so bekommt sie inzwischen Einladungen von vielen der bekannten Namen der Szene aus der ganzen Welt.

Genießen Sie diese wunderschöne Stimme hier gleich in einem Livemitschnitt von Sancez' Stabat Mater (mit Collegium 1704 unter Vaclav Luks):



CD-Einspielung La Divina Armonia

Bild CD-Aufnahme PeglioGirolamo Frescobaldis Motettenbuch von 1627 ist eine Sammlung von wunderschönen Kompositionen für zwei bis fünf Vokalstimmen, die über Jahrhunderte nahezu vergessen war. Der Grund dafür dürfte gewesen sein, das eines der fünf Stimmbücher, aus denen die Sammlung ursprünglich bestand, verschollen ist, so dass keine Alt-Stimme vorhanden war. Erst kürzlich gelang es durch langwierige Forschungen, dieses verlorene Stimmbuch zu ergänzen und so diese faszinierende Sammlung von geistlichen Werken des großen römischen Komponisten und Organisten des Frühbarock wiederherzustellen.

Und wer wäre geeigneter als Lorenzo Ghielmi, diese Motetten nun der Vergessenheit zu entreißen und mit seinem Ensemble La Divina Armonia auf CD aufzunehmen? Und dazu noch einige Orgelwerke Frescobaldis, meisterlich gespielt von Lorenzo Ghielmi?
Eben dies taten die Musiker soeben, auf einer historischen Orgel von Antegnati, gebaut um etwa 1625 im italienischen Peglio (Como). Fünf italienische Sänger/innen musizierten mehrere Tage unter Lorenzo Ghielmis Leitung, und ließen diese einzigartigen Werke endlich wieder erklingen.
Die CD wird im kommenden Jahr beim flämischen Alte-Musik-Label Passacaille erscheinen - freuen Sie sich schon jetzt!


Reformationskonzert in der Berliner Philharmonie

Bild Quartett PhilharmonieReformationsgedenken in der Berliner Philharmonie: Mit Gerlinde Sämann, Sopran, Alex Potter, Countertenor, David Munderloh, Tenor, und Dominik Wörner, Bass, hatte sich Concerto Melante - das einzige konsequent auf historischen Instrumenten musizierende Ensemble der Berliner Philharmoniker - unter Leitung von Raimar Orlovsky da eine kompetente, klanglich glanzvolle und bestens aufeinander abgestimmte Sängerriege zur Seite gestellt.

Am 22. Oktober musizierte diese Besetzung im Kammermusiksaal in einem feinsinnig zusammengestellten Programm Werke von Komponisten wie Walter, Buxtehude, Schein, Tunder, Becker, Telemann und Bach.


Phantasm bei Heinrich Schütz Musikfest

Bild PhantasmGott ist mit der guten Sache hieß das Programm, das Gambenconsort Phantasm unter Leitung von Laurence Dreyfus bei seinem Debut-Konzert im Heinrich Schütz Musikfest am 8. Oktober präsentierte. Mit Musik von William Byrd, Alfonso Ferrabosco, Matthew Locke und Henry Purcell wendeten sich die fünf Gambisten darin gegen religiöse Sippenhaft und Vorurteile, aber auch gegen die Politisierung von Religion im Allgemeinen: Ein Thema, das natürlich in unseren Tagen ebenso aktuell - und manchmal lebensbedrohlich - erscheint, wie im England des 16. und 17. Jahrhunderts.

Dieses ohnehin sehr spannungsreiche Konzert hatten die Macher des Festivals, das in diesem Jahr unter dem Motto Aus Liebe zur Wahrheit stand, auch noch an einem sehr passenden Ort programmiert: In der Hochspannungshalle der Technischen Universität.

Hören Sie hier Purcells Fantazia upon one note, eines der in diesem Programm gespielten Werke:



September 2017


Per-Sonat: Neue CD

Bild Per-Sonat CDEin wahrlich großer Wurf ist Ensemble Per-Sonat, geleitet von Mezzosopranistin Sabine Lutzenberger mit dieser CD gelungen, die soeben beim Label Christophorus erschienen ist: Bis an der Welt ihr Ende heißt sie, und zu hören sind darauf Deutsche Lieder der Reformationszeit - von anrührend bis martialisch, von inniger Andacht bis zu feuriger Verehrung.

Doch - wie von Per-Sonat nicht anders gewohnt - kann man auf dieser Einspielung nicht nur einfach wunderschöne und ungemein lyrisch und poetisch interpretierte Musik hören, sondern auch etwas über die Entwicklung der Gattung des deutschen Liedes lernen. Das beginnt mit Zeitgenossen Luthers, wie Senfl, doch dann wird auch der Einfluss Lassos thematisiert, das Ineinanderfließen von geistlichem und weltlichem Liedgut mit Komponisten wie Hassler und Lechner, und schließlich folgt ein Ausblick in den Frühbarock, zu Schein.
Dabei hört man einerseits den roten Faden, der sich durch dieses Genre zieht, andererseits zeigt Per-Sonat aber eben auch, wie sich das Deutsche Lied - parallel zur deutschen Gesellschaft - im Laufe eines Jahrhunderts weiterentwickelt hat. Und das ist eine erstaunlich spannende Geschichte!


Hören Sie hier eines der Lieder von der CD, Johann Hermann Scheins Ach Gott und Herr.



Phantasm bei der Trigonale

Bild PhantasmUm zwei kompositorisch höchst radikale Denker des 16. Jahrhunderts ging es bei dem Konzert, das Gambenconsort Phantasm unter Leitung von Laurence Dreyfus am 6. September in Sankt Veit gab: Christopher Tye und Claude Le Jeune.

Im Rahmen des Festivals Trigonale zeigten die fünf Gambisten des Ensembles hier, wie gewagt diese beiden Komponisten in ihren Werken mit den metrischen und harmonischen Traditionen ihres jeweiligen Landes experimentierten; wofür in der Tat eine Gruppe wie Phantasm von Nöten ist, denn in ihrer ganzen Schönheit lassen sich all diese rhythmischen und melodischen Pekuliaritäen nur genießen, wenn sie eben so vibrierend-glanzvoll, topsauber und klar gespielt werden, wie eben von diesen Gambisten!


Le Miroir de Musique in Utrecht

Bild Le Miroir de MusiqueKaum jemand kennt heute noch die Laienbruderschaft der Brüder und Schwestern des gemeinsamen Lebens - und doch war diese Bewegung, die im Laufe des 14. Jahrhunderts in den Niederlanden entstand und sich dem Studium und der Meditation, aber auch »helfenden Liebeswerken« widmeten, eine Vorbotin der Reformation. Martin Luther selbst, der in Magdeburg eine Schule dieser Bruderschaft besuchte, wurde von ihrem Denken im Hinblick auf seine späteren Ideen stark beeinflusst.

Natürlich entwickelte diese Bruderschaft auch ihre eigene Art der gottesdienstlichen Musik, und diese hat Baptiste Romain in alten Manuskripten erforscht und am 1. September in einem Konzert mit seinem Ensemble Le Miroir de Musique im Festival Oude Muziek Utrecht in großer Besetzung mit vier Sängern und vier Instrumenten wieder zum Klingen gebracht.
Ein spannendes und heute vollkommen unbekanntes Repertoire, ein prachtvolles Konzert!


August 2017


Ordo Virtutum in Utrecht

Bild Ordo VirtutumMit ihrem Programm Fragmentum begab sich das Mittelalterensemble Ordo Virtutum unter Leitung von Stefan Johannes Morent am 30. August im Rahmen des Festival Oude Muziek Utrecht auf die Suche nach verlorenen Klängen - ja, einer ganzen verlorenen Welt. Der Hintergrund: Nachdem 1537 auch in Württemberg die Reformation eingeführt worden war, schienen viele alte Notenhandschriften überflüssig, da sie für die reformierte Liturgie nicht mehr zu gebrauchen waren.
So nahm man sie auseinander, und verwendete das wertvolle Pergament beispielsweise als Einband für ein neues Manuskript, oder zur Verstärkung eines Buchrückens.

Wir verdanken es dem Forscherdrang von Stefan Morent, der monatelang in süddeutschen Archive stöberte, dass zumindest einige dieser alten Manuskriptseiten nun wieder zum Klingen gebracht werden konnten; wenn auch nur - wie der Name des Programms schon sagt - in Fragmenten.

Lauschen Sie hier einer Antiphon aus dem Heilig-Blut-Offizium Weingarten:



Per-Sonat und Concerto Palatino

Bild Per-Sonat und Concerto Palatino UtrechtUm Buße und Strafe ging es bei einem Konzert am 29. August im Festival Oude Muziek Utrecht, bei dem die beiden Ensembles Per-Sonat und Concerto Palatino gemeinsam Musik von Heinrich Isaak, Ludwig Senfl, Martin Luther, Ockeghem, Desprez und Lasso zur Aufführung brachten.

In ihrer zweiten Zusammenarbeit präsentierten die neun Musiker dabei in der Utrechter Geertekerk Bußspsalmen der genannten Komponisten mit vier Stimmen, einem Zink und vier Posaunen - einer Besetzung, die den Ernst und die Schwere dieser faszinierenden Musik hervorragend zum Ausdruck brachte, und damit auch die Ernsthaftigkeit, die Komponisten zur Zeit der Reformation diesem Thema widmeten.

Hier können Sie ein Werk aus dem Konzert auf unserem YouTube-Kanal sehen: Orlando di Lassos Vertonung von Psalm 5,Verba mea auribus.

Das Konzert wurde außerdem vom Concertzender mitgeschnitten und wird in Kürze auf diesem Radiosender zu hören sein.


Lorenzo Ghielmi: Solorezital in Vredenburg

Bild Lorenzo GhielmiAls Artist in Residence beim diesjährigen Festival Oude Muziek Utrecht hatte Lorenzo Ghielmi nicht nur die Ehre, mit seinem Ensemble La Divina Armonia das Festival zu eröffnen und die neugebaute Orgel im großen Saal des Konzerthauses TivoliVredenburg einzuweihen, sondern natürlich brillierte er auf eben diesem Instrument auch noch mit einem Orgelrezital.

Zwischen Streit und Versöhnung hieß das Programm, das er am 29. August zur Aufführung brachte, und das etwa Musik verschiedener Organisten, die in den kriegerischen Zeiten der Reformation in Diensten eines Papstes oder eines weltlichen Herrschers standen, oder auch für die Gegenreformation komponierten. Dazu erklang auch ein Stück von Arvo Pärt, ebenso wie ein Da nobis pacem aus Lorenzo Ghielmis eigener Feder.

Hören Sie ihn hier mit einem Satz aus Händels Orgelkonzert in B, op. IV, Nr. 2:



Marien-Vigilien mit laReverdie in Utrecht

Bild laReverdie UtrechtVigilia alla laude di Sancta Maria, so war das Konzert überschrieben, das laReverdie am 26. August im Festival Oude Muziek Utrecht gab. Und es hätte theoretisch eine eher eintönige Sache werden können, denn die Musik aus der Cortona - und der Firenze-Handschrift ist einstimmig notiert und großenteils bewusst einfach gehalten, da sie in ihrer Zeit als bewusster Gegenpol der Bettelorden zur Prachtentfaltung in der römisch-katholischen Kirche entstand.

Doch da bestand mit laReverdie nun wahrlich keine Gefahr: Mit Gesang und verschiedensten Instrumenten ließen die sechs Musiker ihr Publikum sowohl die Freude in einer Laude für die heilige Agnes direkt mitfühlen, als auch die geradezu meditativ-schwebende Stimmung bei der Anbetung des Heiligen Geistes, die Einladung zum Lobgesang mitfeiern und die Lebendigkeit in der Laude für San Francisco spüren. Mit rhythmischen Elementen und Improvisation gestalteten sie dieses Programm somit zu einem sehr mitreißenden Erlebnis, ohne doch jemals vom ernsthaften Musizieren ins populistische abzugleiten.

Das Konzert wurde vom Concertzender mitgeschnitten und wird demnächst in dessen Programm zu hören sein.


La Divina Armonia: Ensemble in Residence in Utrecht

Bild La Divina ArmoniaIst es schon per se eine Ehre, zum Festival Oude Muziek Utrecht eingeladen zu werden - dem größten Alte Musik Festival der Welt, das kürzlich von der European Festival Association auch noch zum besten Festival Europas gekürt wurde -, so wurde diese Ehre für Lorenzo Ghielmi noch gesteigert, da man ihn und sein Ensemble La Divina Armonia auch noch als Artist in Residence der Edition 2017 ausgewählt hatte.

So oblag es Lorenzo Ghielmi und seinen Musikern im Eröffnungskonzert des Festivals am 25. August im großen Saal der TivoliVredenburg, feierlich die neue Barockorgel einzuweihen - die einzige Barockorgel weltweit übrigens, die in einem Konzertsaal dieser Größe jemals gebaut wurde. Mit einigen solistischen Orgelwerken, einer Bachkantate (BWV 35), in der die Orgel als konzertantes Soloinstrument eingesetzt wurde, und einer (BWV 79), in der sie als Continuoinstrument fungierte, kam La Divina Armonia dieser Aufgabe in glanzvollster Weise nach.

Das Konzert wurde vom niederländischen Sender Avotros Klassiek mitgeschnitten und live übertragen.
Sehen Sie es hier in voller Länge auf unserem YouTube-Kanal!
Bild La Divina Armonia

In einem zweiten Konzert am 27. August widmeten sich Lorenzo Ghielmi und seine Musiker unter dem Titel Organistenmusiken dem Kantatenschaffen von Komponisten der Norddeutschen Organistenschule, mit Werken von Tunder, Buxtehude, Pachelbel, Reincken und Lübeck. Diese eher kammermusikalischen, aber unglaublich reizvollen Stücke erklangen im Hertz-Saal der Vredenburg.
Das Konzert wurde vom Concertzender mitgeschnitten und wird in Kürze in voller Länge auf diesem Radiosender zu hören sein.

Sehen Sie hier als Vorgeschmack einen Ausschnitt aus dem Konzert auf unserem YouTube-Kanal: Dieterich Buxtehudes Kantate Salve desiderium.


LaReverdie bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern

Bild laReverdieEin intensives Wochenende hatten Claudia und Livia Caffagni und Elisabetta de Mircovich von laReverdie im hohen Norden Deutschlands: Im Rahmen eines Mittelalter-Wochenendes bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern spielten und sangen sie zwei wunderschöne Programme in reizvoller Umgebung, die noch dazu vom Mittelalterexperten Bernhard Morbach mit instruktiven Texten moderiert wurden.

So erklang am 19. August Musik von Hildegard von Bingen im prachtvollen Schloss Güstrow, am 20. August präsentierten die drei Musikerinnen weltliche Musik des Mittelalters aus Italien, Frankreich und Deutschland an zwei Stationen eines Musikalischen Spaziergangs im und rund um das Kloster Zarrentin.

Sehen Sie hier Teile beider Programme in einem Film von Moderator Bernhard Morbach auf unserem YouTube-Kanal (für Eilige: Die Konzertausschnitte von laReverdie beginnen bei 8:36 und 24:10).


Virtuoses für Zink und Bass in Vantaa BRQ

Bild WM FriedrichEs war eine ganz neu zusammengestellte Gruppe von Musikern rund um Zinkenist Bruce Dickey und Bassist Wolf Matthias Friedrich, die sich da am 6. August im Festival Vantaa BRQ bei Helsinki zusammenfand. Mit Stefano Rossi, Violine, Adrian Rovatkay, Fagott und Dulzian, und Marcim Szelest, Orgel, hatten sich drei hervorragende Musiker zu den beiden gesellt, die sowohl durch ihr perfektes Ensemblespiel begeisterten, als auch durch ihre ausgezeichneten solistischen Fähigkeiten.

Gemeinsam präsentierten die fünf Musiker ein Programm mit Musik des 17. Jahrhunderts, in dem vor allem die virtuose solistische Bass-Stimme im Fokus stand, oft gepaart mit einem ebenso virtuos agierenden Instrument im Diskant-Register - eben dem Zink. Dabei standen Werke deutscher Komponisten wie Pachelbel oder Rosenmüller ebenso auf dem Programm, wie solche italienischer Kollegen wie Peranda, Rigatti, Merula oder Valentini, und bewiesen einmal mehr, dass sich die Vorlieben von Musikern und Publikum im 17. Jahrhundert nicht an nationalen Grenzen orientierten.
Ein faszinierendes Programm, eine großartige Zusammenarbeit - die sicher nicht die letzte dieses neugegründeten Ensembles gewesen sein dürfte!
Und wenn Sie schon lange keinen wirklich virtuosen Zinkenisten mehr haben spielen hören, dann haben Sie hier in einem Per dolor (nach Tromboncino) die Gelegenheit dazu:




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