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Januar 2018


Neu bei SONUS: Les Voix humaines!Bild Les Voix humaines

Von Dowland bis Bach, von Monsieur de Ste Colombe bis Vivaldi: Wer jemals geglaubt haben sollte, Gambenrepertoire sei ein recht übersichtliches Feld, der wird von Les Voix humaines unwiderruflich eines Besseren belehrt.
Denn ob als Gambenduo, Consort oder auch mit diversen anderen Instrumenten und Sängern, beschäftigen sich Susie Napper, Margaret Little, Mélisande Corriveau und Felix Deak nicht nur mit dem traditionellen Consort-Repertoire, sondern sie bearbeiten - ganz im Sinne der zeitgenössischen barocken Praxis - auch andere geeignete Werke für ihre Instrumente. Mit verblüffenden Ergebnissen!

Doch auch in vielen anderen Hinsichten bringt diese kanadische Gambenformation frischen Wind auf die Konzertbühne: Sei es mit ihrem ansprechenden und spontanen Auftreten, mit ihrem hochenergetischen, technisch exzellenten, dabei oft sehr freien aber immer wohlüberlegten Spiel oder ihren intelligenten Programmen, die nicht nur fundiert zusammengestellt, sondern stets auch spannungsreich und unterhaltend sind. Kurz: Les Voix humaines versucht ein durchaus komplexes Repertoire so niederschwellig wie möglich zu vermitteln, ohne doch aber jemals Abstriche an die musikalische Qualität zu machen. Eine wahrhaft seltene Mischung!

Hören Sie hier in ein Stück Vivaldi (ja, wirklich!) hinein: Vier Jahreszeiten für vier Gamben...



Gunar Letzbor nimmt Mozart-Sonaten aufBild CD-Aufnahme Mozart

Als der jugendliche Wolfgang Amadeus Mozart 1777/78 mit seiner Mutter auf der Reise nach Paris in Mannheim länger als geplant verweilte, schnupperte er reichlich musikalische Frischluft: Hier residierten, besonnt vom Glanze des Kurfürsten Carl Theodor, musikalische Trendsetter der Zeit, wie Stamitz oder Cannabich, deren neue Ideen Mozart begierig aufsog. Dies bezeugen unter anderem seine Mannheimer Sonaten, für Violine und Clavicembalo in denen der junge Salzburger Komponist sich die neuen Stilelemente aneignete und – Feuer und Flamme für die Sängerin Aloysia Weber – kammermusikalische Meisterwerke schuf, die von zarter Liebe ebenso sprechen, wie von feuriger Verehrung.

Diese Sonaten spielte Geiger Gunar Letzbor, Leiter des Ensembles Ars Antiqua Austria, in der letzten Januarwoche zusammen mit Erich Traxler am Cembalo auf CD ein, und entdeckte dabei - nach sorgfältiger Lektüre von Mozarts Briefen und zahlreichen anderen Quellen aus dieser Zeit - so manch neue Seite an den Werken. Wie üblich bei diesem Musiker dürfte also auch diese Aufnahme wieder für die eine oder andere musikalische Überraschung, einige Aha-Effekte sorgen!

Die CD wird im Sommer dieses Jahres beim Label Arcana erscheinen. Hier können Sie einen Vorabeindruck aus KV 303 genießen:



CD-Einspielung Le Miroir de MusiqueBild Miroir de Musique

Mit Einführung des Streichbogens im Abendland gegen Ende des 10. Jahrhunderts fand die Fidel ihren Platz in unserer musikalischen Welt - die als Vorläuferin der modernen Violine in ihrer Bedeutung gar nicht zu überschätzen ist. Doch auf dem Weg in die 1520er Jahre, bis sich aus diesem ersten gestrichenen Saiteninstrument tatsächlich die Violine entwickelte, gab es noch viele Zwischenschritte, unterschiedlichste Formen, Spielweisen und Stimmungen in den verschiedenen Ländern und Regionen Europas.

Diesen Weg über fünf Jahrhunderte zeichnet Baptiste Romain mit seinem - in diesem Falle mit vier Vokalstimmen und sieben Instrumentalisten sehr groß besetzten - Ensemble Miroir de Musique auf seiner neuen CD nach, welche die Gruppe soeben eingespielt hat.

Die CD mit dem Titel Seculum Viellatoris wird im Frühjahr beim Label Ricercar erscheinen.
Freuen Sie sich schon jetzt, und lauschen Sie hier schon einmal in eine vermutlich zu Beginn des 14. Jahrhunderts entstandene anonyme Uitime estampie Real, ausgeführt mit Fidel und Percussion, hinein - eines der frühesten erhaltenen Beispiele von Instrumentalmusik überhaupt:



Dezember 2017


Gerlinde Sämann: WeihnachtsoratoriumBild Gerlinde

Es ist - wie so ziemlich jedes barocke oder klassische Stück, das nur virtuos und hoch genug ist - einfach eine Paraderolle für sie: Sopranistin Gerlinde Sämann sang am 16. und 17. Dezember sämtliche Kantaten von Bachs Weihnachtsoratorium mit dem Bachchor Stuttgart unter Leitung von KMD Jörg-Hannes Hahn. Sie schwebte durch die getragenen Teile, meisterte die Koloraturen scheinbar mühelos und mit viel Drive.

Bei den beiden Konzerten in der Stadtkirche Bad Cannstadt kam neben den sechs Kantaten Bachs aber auch noch das bekannte Te Deum von Antoine Charpentier zur Aufführung.


November 2017


Neuentdeckung und CD-Aufnahme Ars Antiqua AustriaBild AAA Aufnahme

Rupert Ignaz Mayr (1646-1712) war ein höchst vielseitiger und faszinierender, wohl in Passau und Paris ausgebildeter und dann unter anderem in München, Freising, Regensburg und Passau tätiger Violinist und Komponist des Barock - dessen Musik im Laufe der Jahrhunderte unverständlicherweise in Vergessenheit geraten ist. Geiger Gunar Letzbor hat nun eine Reihe von Werken Mayrs aus dessen Sammlung Sacri Concentus wieder ausgegraben und ediert, und einige davon soeben auch auf CD eingespielt. Übrigens als Auftakt zu einer Serie von mehreren Aufnahmen, auf die man sich bereits jetzt freuen darf!

Gemeinsam mit seinem Ensemble Ars Antiqua Austria - das sich nicht umsonst Ensemble für neue Barockmusik nennt - und einigen Vokalsolisten nahm er im wunderschönen Ambiente des Stift St. Florian in Linz diverse Psalmen und Hymnen auf, die Mayr als ungeheuer farbenreichen Komponisten zeigen, der in seinem Werk den von italienischen Musikern geprägten Stil des Münchner Hofs um 1700 mit französischer Rafinesse und Anklängen selbst an bayerische Volksmusik vereint, und somit ein ganz eigenes und höchst anziehendes Kolorit aufweist.

Lauschen Sie hier in eine Aufnahmesitzung hinein, in der Ars Antiqua Austria und Alois Mühlbacher, Solist der St. Florianer Sängerknaben, Mayrs Hymnus Venite gentes für Sopran, zwei Violinen, zwei Violen und Continuo musizieren.



Oktober 2017


Neu bei SONUS: Barbora KabátkováBild Barbora

Sie ist nicht nur eine fantastische Sängerin, sondern auch eine sehr sympathische Person - und so freuen wir uns sehr, künftig die tschechische Sopranistin Barbora Kabátková vertreten zu dürfen: Herzlich willkommen bei Sonus!

Barbora ist im Grunde eine für die Alte Musik Szene sehr typische Musikerin: Sie studierte nicht einfach Gesang an irgendeinem Konservatorium, sondern sie beschäftigte sich neben ihrer Gesangsausbildung auch noch an der Universität mit Chorleitung, Kirchenmusik und Musikwissenschaft. Mit ihrem eigenen Ensemble Tiburtina ist sie auf mittelalterliche Musik spezialisiert, singt aber auch viel in Vokalensembles, und darüber hinaus forscht sie auch noch zu Themen der Gregorianik und der mittelalterlichen Musik im Allgemeinen.
In ihre Gesangskarriere, die in den letzten Jahren zunehmend internationale Züge annahm, rutschte sie quasi hinein: Nachdem sie eher nebenbei erste Partien des barocken Repertoires bei Ensembles wie Collegium 1704 oder dem Collegium Marianum übernommen hatte, entdeckten mehr und mehr Dirigenten und Veranstalter ihres warmen, aber perfekt fokussierten Soprans, und so bekommt sie inzwischen Einladungen von vielen der bekannten Namen der Szene aus der ganzen Welt.

Genießen Sie diese wunderschöne Stimme hier gleich in einem Livemitschnitt von Sancez' Stabat Mater (mit Collegium 1704 unter Vaclav Luks):



CD-Einspielung La Divina ArmoniaBild CD-Aufnahme Peglio

Girolamo Frescobaldis Motettenbuch von 1627 ist eine Sammlung von wunderschönen Kompositionen für zwei bis fünf Vokalstimmen, die über Jahrhunderte nahezu vergessen war. Der Grund dafür dürfte gewesen sein, das eines der fünf Stimmbücher, aus denen die Sammlung ursprünglich bestand, verschollen ist, so dass keine Alt-Stimme vorhanden war. Erst kürzlich gelang es durch langwierige Forschungen, dieses verlorene Stimmbuch zu ergänzen und so diese faszinierende Sammlung von geistlichen Werken des großen römischen Komponisten und Organisten des Frühbarock wiederherzustellen.

Und wer wäre geeigneter als Lorenzo Ghielmi, diese Motetten nun der Vergessenheit zu entreißen und mit seinem Ensemble La Divina Armonia auf CD aufzunehmen? Und dazu noch einige Orgelwerke Frescobaldis, meisterlich gespielt von Lorenzo Ghielmi?
Eben dies taten die Musiker soeben, auf einer historischen Orgel von Antegnati, gebaut um etwa 1625 im italienischen Peglio (Como). Fünf italienische Sänger/innen musizierten mehrere Tage unter Lorenzo Ghielmis Leitung, und ließen diese einzigartigen Werke endlich wieder erklingen.
Die CD wird im kommenden Jahr beim flämischen Alte-Musik-Label Passacaille erscheinen - freuen Sie sich schon jetzt!


Reformationskonzert in der Berliner PhilharmonieBild Quartett Philharmonie

Reformationsgedenken in der Berliner Philharmonie: Mit Gerlinde Sämann, Sopran, Alex Potter, Countertenor, David Munderloh, Tenor, und Dominik Wörner, Bass, hatte sich Concerto Melante - das einzige konsequent auf historischen Instrumenten musizierende Ensemble der Berliner Philharmoniker - unter Leitung von Raimar Orlovsky da eine kompetente, klanglich glanzvolle und bestens aufeinander abgestimmte Sängerriege zur Seite gestellt.

Am 22. Oktober musizierte diese Besetzung im Kammermusiksaal in einem feinsinnig zusammengestellten Programm Werke von Komponisten wie Walter, Buxtehude, Schein, Tunder, Becker, Telemann und Bach.


Phantasm bei Heinrich Schütz MusikfestBild Phantasm

Gott ist mit der guten Sache hieß das Programm, das Gambenconsort Phantasm unter Leitung von Laurence Dreyfus bei seinem Debut-Konzert im Heinrich Schütz Musikfest am 8. Oktober präsentierte. Mit Musik von William Byrd, Alfonso Ferrabosco, Matthew Locke und Henry Purcell wendeten sich die fünf Gambisten darin gegen religiöse Sippenhaft und Vorurteile, aber auch gegen die Politisierung von Religion im Allgemeinen: Ein Thema, das natürlich in unseren Tagen ebenso aktuell - und manchmal lebensbedrohlich - erscheint, wie im England des 16. und 17. Jahrhunderts.

Dieses ohnehin sehr spannungsreiche Konzert hatten die Macher des Festivals, das in diesem Jahr unter dem Motto Aus Liebe zur Wahrheit stand, auch noch an einem sehr passenden Ort programmiert: In der Hochspannungshalle der Technischen Universität.

Hören Sie hier Purcells Fantazia upon one note, eines der in diesem Programm gespielten Werke:



September 2017


Per-Sonat: Neue CDBild Per-Sonat CD

Ein wahrlich großer Wurf ist Ensemble Per-Sonat, geleitet von Mezzosopranistin Sabine Lutzenberger mit dieser CD gelungen, die soeben beim Label Christophorus erschienen ist: Bis an der Welt ihr Ende heißt sie, und zu hören sind darauf Deutsche Lieder der Reformationszeit - von anrührend bis martialisch, von inniger Andacht bis zu feuriger Verehrung.

Doch - wie von Per-Sonat nicht anders gewohnt - kann man auf dieser Einspielung nicht nur einfach wunderschöne und ungemein lyrisch und poetisch interpretierte Musik hören, sondern auch etwas über die Entwicklung der Gattung des deutschen Liedes lernen. Das beginnt mit Zeitgenossen Luthers, wie Senfl, doch dann wird auch der Einfluss Lassos thematisiert, das Ineinanderfließen von geistlichem und weltlichem Liedgut mit Komponisten wie Hassler und Lechner, und schließlich folgt ein Ausblick in den Frühbarock, zu Schein.
Dabei hört man einerseits den roten Faden, der sich durch dieses Genre zieht, andererseits zeigt Per-Sonat aber eben auch, wie sich das Deutsche Lied - parallel zur deutschen Gesellschaft - im Laufe eines Jahrhunderts weiterentwickelt hat. Und das ist eine erstaunlich spannende Geschichte!


Hören Sie hier eines der Lieder von der CD, Johann Hermann Scheins Ach Gott und Herr.



Phantasm bei der TrigonaleBild Phantasm

Um zwei kompositorisch höchst radikale Denker des 16. Jahrhunderts ging es bei dem Konzert, das Gambenconsort Phantasm unter Leitung von Laurence Dreyfus am 6. September in Sankt Veit gab: Christopher Tye und Claude Le Jeune.

Im Rahmen des Festivals Trigonale zeigten die fünf Gambisten des Ensembles hier, wie gewagt diese beiden Komponisten in ihren Werken mit den metrischen und harmonischen Traditionen ihres jeweiligen Landes experimentierten; wofür in der Tat eine Gruppe wie Phantasm von Nöten ist, denn in ihrer ganzen Schönheit lassen sich all diese rhythmischen und melodischen Pekuliaritäen nur genießen, wenn sie eben so vibrierend-glanzvoll, topsauber und klar gespielt werden, wie eben von diesen Gambisten!


Le Miroir de Musique in UtrechtBild Le Miroir de Musique

Kaum jemand kennt heute noch die Laienbruderschaft der Brüder und Schwestern des gemeinsamen Lebens - und doch war diese Bewegung, die im Laufe des 14. Jahrhunderts in den Niederlanden entstand und sich dem Studium und der Meditation, aber auch »helfenden Liebeswerken« widmeten, eine Vorbotin der Reformation. Martin Luther selbst, der in Magdeburg eine Schule dieser Bruderschaft besuchte, wurde von ihrem Denken im Hinblick auf seine späteren Ideen stark beeinflusst.

Natürlich entwickelte diese Bruderschaft auch ihre eigene Art der gottesdienstlichen Musik, und diese hat Baptiste Romain in alten Manuskripten erforscht und am 1. September in einem Konzert mit seinem Ensemble Le Miroir de Musique im Festival Oude Muziek Utrecht in großer Besetzung mit vier Sängern und vier Instrumenten wieder zum Klingen gebracht.
Ein spannendes und heute vollkommen unbekanntes Repertoire, ein prachtvolles Konzert!


Phantasm: Gramophone Award!Bild Phantasm

Es hatte sich ja gewissermaßen schon angekündigt, als die CD mit John Dowlands Lachrimae, die GambenconsortPhantasm unter Leitung von Laurence Dreyfus vor einem Jahr herausgebracht hatte, monatelang auf den ersten Plätzen der britischen Classic Charts stand und in diversen Rezensionen geradezu mit Lob überschüttet wurde: Nun wurde diese Aufnahme mit dem Gramophone Award 2017 in der Kategorie Early Music ausgezeichnet.
Laurence Dreyfus und seine Kollegen nahmen den Preis am 13. September bei einer Zeremonie in London mit großer Freude entgegen.
Wir gratulieren!

Und übrigens: Ersten Gerüchten zufolge wird in den nächsten Wochen noch ein zweiter der international bedeutenden Preise an die Dowland-Einspielung gehen; wir werden Sie auf dem Laufenden halten...

Hören Sie hier mit den Lachrimae Antiquae in die ausgezeichnete Aufnahme hinein:



August 2017


Ordo Virtutum in UtrechtBild Ordo Virtutum

Mit ihrem Programm Fragmentum begab sich das Mittelalterensemble Ordo Virtutum unter Leitung von Stefan Johannes Morent am 30. August im Rahmen des Festival Oude Muziek Utrecht auf die Suche nach verlorenen Klängen - ja, einer ganzen verlorenen Welt. Der Hintergrund: Nachdem 1537 auch in Württemberg die Reformation eingeführt worden war, schienen viele alte Notenhandschriften überflüssig, da sie für die reformierte Liturgie nicht mehr zu gebrauchen waren.
So nahm man sie auseinander, und verwendete das wertvolle Pergament beispielsweise als Einband für ein neues Manuskript, oder zur Verstärkung eines Buchrückens.

Wir verdanken es dem Forscherdrang von Stefan Morent, der monatelang in süddeutschen Archive stöberte, dass zumindest einige dieser alten Manuskriptseiten nun wieder zum Klingen gebracht werden konnten; wenn auch nur - wie der Name des Programms schon sagt - in Fragmenten.

Lauschen Sie hier einer Antiphon aus dem Heilig-Blut-Offizium Weingarten:



Per-Sonat und Concerto PalatinoBild Per-Sonat und Concerto Palatino Utrecht

Um Buße und Strafe ging es bei einem Konzert am 29. August im Festival Oude Muziek Utrecht, bei dem die beiden Ensembles Per-Sonat und Concerto Palatino gemeinsam Musik von Heinrich Isaak, Ludwig Senfl, Martin Luther, Ockeghem, Desprez und Lasso zur Aufführung brachten.

In ihrer zweiten Zusammenarbeit präsentierten die neun Musiker dabei in der Utrechter Geertekerk Bußspsalmen der genannten Komponisten mit vier Stimmen, einem Zink und vier Posaunen - einer Besetzung, die den Ernst und die Schwere dieser faszinierenden Musik hervorragend zum Ausdruck brachte, und damit auch die Ernsthaftigkeit, die Komponisten zur Zeit der Reformation diesem Thema widmeten.

Hier können Sie ein Werk aus dem Konzert auf unserem YouTube-Kanal sehen: Orlando di Lassos Vertonung von Psalm 5,Verba mea auribus.

Das Konzert wurde außerdem vom Concertzender mitgeschnitten und wird in Kürze auf diesem Radiosender zu hören sein.


Lorenzo Ghielmi: Solorezital in VredenburgBild Lorenzo Ghielmi

Als Artist in Residence beim diesjährigen Festival Oude Muziek Utrecht hatte Lorenzo Ghielmi nicht nur die Ehre, mit seinem Ensemble La Divina Armonia das Festival zu eröffnen und die neugebaute Orgel im großen Saal des Konzerthauses TivoliVredenburg einzuweihen, sondern natürlich brillierte er auf eben diesem Instrument auch noch mit einem Orgelrezital.

Zwischen Streit und Versöhnung hieß das Programm, das er am 29. August zur Aufführung brachte, und das etwa Musik verschiedener Organisten, die in den kriegerischen Zeiten der Reformation in Diensten eines Papstes oder eines weltlichen Herrschers standen, oder auch für die Gegenreformation komponierten. Dazu erklang auch ein Stück von Arvo Pärt, ebenso wie ein Da nobis pacem aus Lorenzo Ghielmis eigener Feder.

Hören Sie ihn hier mit einem Satz aus Händels Orgelkonzert in B, op. IV, Nr. 2:



Marien-Vigilien mit laReverdie in UtrechtBild laReverdie Utrecht

Vigilia alla laude di Sancta Maria, so war das Konzert überschrieben, das laReverdie am 26. August im Festival Oude Muziek Utrecht gab. Und es hätte theoretisch eine eher eintönige Sache werden können, denn die Musik aus der Cortona - und der Firenze-Handschrift ist einstimmig notiert und großenteils bewusst einfach gehalten, da sie in ihrer Zeit als bewusster Gegenpol der Bettelorden zur Prachtentfaltung in der römisch-katholischen Kirche entstand.

Doch da bestand mit laReverdie nun wahrlich keine Gefahr: Mit Gesang und verschiedensten Instrumenten ließen die sechs Musiker ihr Publikum sowohl die Freude in einer Laude für die heilige Agnes direkt mitfühlen, als auch die geradezu meditativ-schwebende Stimmung bei der Anbetung des Heiligen Geistes, die Einladung zum Lobgesang mitfeiern und die Lebendigkeit in der Laude für San Francisco spüren. Mit rhythmischen Elementen und Improvisation gestalteten sie dieses Programm somit zu einem sehr mitreißenden Erlebnis, ohne doch jemals vom ernsthaften Musizieren ins populistische abzugleiten.

Das Konzert wurde vom Concertzender mitgeschnitten und wird demnächst in dessen Programm zu hören sein.


La Divina Armonia: Ensemble in Residence in UtrechtBild La Divina Armonia

Ist es schon per se eine Ehre, zum Festival Oude Muziek Utrecht eingeladen zu werden - dem größten Alte Musik Festival der Welt, das kürzlich von der European Festival Association auch noch zum besten Festival Europas gekürt wurde -, so wurde diese Ehre für Lorenzo Ghielmi noch gesteigert, da man ihn und sein Ensemble La Divina Armonia auch noch als Artist in Residence der Edition 2017 ausgewählt hatte.

So oblag es Lorenzo Ghielmi und seinen Musikern im Eröffnungskonzert des Festivals am 25. August im großen Saal der TivoliVredenburg, feierlich die neue Barockorgel einzuweihen - die einzige Barockorgel weltweit übrigens, die in einem Konzertsaal dieser Größe jemals gebaut wurde. Mit einigen solistischen Orgelwerken, einer Bachkantate (BWV 35), in der die Orgel als konzertantes Soloinstrument eingesetzt wurde, und einer (BWV 79), in der sie als Continuoinstrument fungierte, kam La Divina Armonia dieser Aufgabe in glanzvollster Weise nach.

Das Konzert wurde vom niederländischen Sender Avotros Klassiek mitgeschnitten und live übertragen.
Sehen Sie es hier in voller Länge auf unserem YouTube-Kanal!
Bild La Divina Armonia

In einem zweiten Konzert am 27. August widmeten sich Lorenzo Ghielmi und seine Musiker unter dem Titel Organistenmusiken dem Kantatenschaffen von Komponisten der Norddeutschen Organistenschule, mit Werken von Tunder, Buxtehude, Pachelbel, Reincken und Lübeck. Diese eher kammermusikalischen, aber unglaublich reizvollen Stücke erklangen im Hertz-Saal der Vredenburg.
Das Konzert wurde vom Concertzender mitgeschnitten und wird in Kürze in voller Länge auf diesem Radiosender zu hören sein.

Sehen Sie hier als Vorgeschmack einen Ausschnitt aus dem Konzert auf unserem YouTube-Kanal: Dieterich Buxtehudes Kantate Salve desiderium.


LaReverdie bei den Festspielen Mecklenburg-VorpommernBild laReverdie

Ein intensives Wochenende hatten Claudia und Livia Caffagni und Elisabetta de Mircovich von laReverdie im hohen Norden Deutschlands: Im Rahmen eines Mittelalter-Wochenendes bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern spielten und sangen sie zwei wunderschöne Programme in reizvoller Umgebung, die noch dazu vom Mittelalterexperten Bernhard Morbach mit instruktiven Texten moderiert wurden.

So erklang am 19. August Musik von Hildegard von Bingen im prachtvollen Schloss Güstrow, am 20. August präsentierten die drei Musikerinnen weltliche Musik des Mittelalters aus Italien, Frankreich und Deutschland an zwei Stationen eines Musikalischen Spaziergangs im und rund um das Kloster Zarrentin.

Sehen Sie hier Teile beider Programme in einem Film von Moderator Bernhard Morbach auf unserem YouTube-Kanal (für Eilige: Die Konzertausschnitte von laReverdie beginnen bei 8:36 und 24:10).


Virtuoses für Zink und Bass in Vantaa BRQBild WM Friedrich

Es war eine ganz neu zusammengestellte Gruppe von Musikern rund um Zinkenist Bruce Dickey und Bassist Wolf Matthias Friedrich, die sich da am 6. August im Festival Vantaa BRQ bei Helsinki zusammenfand. Mit Stefano Rossi, Violine, Adrian Rovatkay, Fagott und Dulzian, und Marcim Szelest, Orgel, hatten sich drei hervorragende Musiker zu den beiden gesellt, die sowohl durch ihr perfektes Ensemblespiel begeisterten, als auch durch ihre ausgezeichneten solistischen Fähigkeiten.

Gemeinsam präsentierten die fünf Musiker ein Programm mit Musik des 17. Jahrhunderts, in dem vor allem die virtuose solistische Bass-Stimme im Fokus stand, oft gepaart mit einem ebenso virtuos agierenden Instrument im Diskant-Register - eben dem Zink. Dabei standen Werke deutscher Komponisten wie Pachelbel oder Rosenmüller ebenso auf dem Programm, wie solche italienischer Kollegen wie Peranda, Rigatti, Merula oder Valentini, und bewiesen einmal mehr, dass sich die Vorlieben von Musikern und Publikum im 17. Jahrhundert nicht an nationalen Grenzen orientierten.
Ein faszinierendes Programm, eine großartige Zusammenarbeit - die sicher nicht die letzte dieses neugegründeten Ensembles gewesen sein dürfte!
Und wenn Sie schon lange keinen wirklich virtuosen Zinkenisten mehr haben spielen hören, dann haben Sie hier in einem Per dolor (nach Tromboncino) die Gelegenheit dazu:




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