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November 2017


Neuentdeckung und CD-Aufnahme Ars Antiqua AustriaBild AAA Aufnahme

Rupert Ignaz Mayr (1646-1712) war ein höchst vielseitiger und faszinierender, wohl in Passau und Paris ausgebildeter und dann unter anderem in München, Freising, Regensburg und Passau tätiger Violinist und Komponist des Barock - dessen Musik im Laufe der Jahrhunderte unverständlicherweise in Vergessenheit geraten ist. Geiger Gunar Letzbor hat nun eine Reihe von Werken Mayrs aus dessen Sammlung Sacri Concentus wieder ausgegraben und ediert, und einige davon soeben auch auf CD eingespielt. Übrigens als Auftakt zu einer Serie von mehreren Aufnahmen, auf die man sich bereits jetzt freuen darf!

Gemeinsam mit seinem Ensemble Ars Antiqua Austria - das sich nicht umsonst Ensemble für neue Barockmusik nennt - und einigen Vokalsolisten nahm er im wunderschönen Ambiente des Stift St. Florian in Linz diverse Psalmen und Hymnen auf, die Mayr als ungeheuer farbenreichen Komponisten zeigen, der in seinem Werk den von italienischen Musikern geprägten Stil des Münchner Hofs um 1700 mit französischer Rafinesse und Anklängen selbst an bayerische Volksmusik vereint, und somit ein ganz eigenes und höchst anziehendes Kolorit aufweist.

Lauschen Sie hier in eine Aufnahmesitzung hinein, in der Ars Antiqua Austria und Alois Mühlbacher, Solist der St. Florianer Sängerknaben, Mayrs Hymnus Venite gentes für Sopran, zwei Violinen, zwei Violen und Continuo musizieren.



Oktober 2017


Neu bei SONUS: Barbora KabátkováBild Barbora

Sie ist nicht nur eine fantastische Sängerin, sondern auch eine sehr sympathische Person - und so freuen wir uns sehr, künftig die tschechische Sopranistin Barbora Kabátková vertreten zu dürfen: Herzlich willkommen bei Sonus!

Barbora ist im Grunde eine für die Alte Musik Szene sehr typische Musikerin: Sie studierte nicht einfach Gesang an irgendeinem Konservatorium, sondern sie beschäftigte sich neben ihrer Gesangsausbildung auch noch an der Universität mit Chorleitung, Kirchenmusik und Musikwissenschaft. Mit ihrem eigenen Ensemble Tiburtina ist sie auf mittelalterliche Musik spezialisiert, singt aber auch viel in Vokalensembles, und darüber hinaus forscht sie auch noch zu Themen der Gregorianik und der mittelalterlichen Musik im Allgemeinen.
In ihre Gesangskarriere, die in den letzten Jahren zunehmend internationale Züge annahm, rutschte sie quasi hinein: Nachdem sie eher nebenbei erste Partien des barocken Repertoires bei Ensembles wie Collegium 1704 oder dem Collegium Marianum übernommen hatte, entdeckten mehr und mehr Dirigenten und Veranstalter ihres warmen, aber perfekt fokussierten Soprans, und so bekommt sie inzwischen Einladungen von vielen der bekannten Namen der Szene aus der ganzen Welt.

Genießen Sie diese wunderschöne Stimme hier gleich in einem Livemitschnitt von Sancez' Stabat Mater (mit Collegium 1704 unter Vaclav Luks):



CD-Einspielung La Divina ArmoniaBild CD-Aufnahme Peglio

Girolamo Frescobaldis Motettenbuch von 1627 ist eine Sammlung von wunderschönen Kompositionen für zwei bis fünf Vokalstimmen, die über Jahrhunderte nahezu vergessen war. Der Grund dafür dürfte gewesen sein, das eines der fünf Stimmbücher, aus denen die Sammlung ursprünglich bestand, verschollen ist, so dass keine Alt-Stimme vorhanden war. Erst kürzlich gelang es durch langwierige Forschungen, dieses verlorene Stimmbuch zu ergänzen und so diese faszinierende Sammlung von geistlichen Werken des großen römischen Komponisten und Organisten des Frühbarock wiederherzustellen.

Und wer wäre geeigneter als Lorenzo Ghielmi, diese Motetten nun der Vergessenheit zu entreißen und mit seinem Ensemble La Divina Armonia auf CD aufzunehmen? Und dazu noch einige Orgelwerke Frescobaldis, meisterlich gespielt von Lorenzo Ghielmi?
Eben dies taten die Musiker soeben, auf einer historischen Orgel von Antegnati, gebaut um etwa 1625 im italienischen Peglio (Como). Fünf italienische Sänger/innen musizierten mehrere Tage unter Lorenzo Ghielmis Leitung, und ließen diese einzigartigen Werke endlich wieder erklingen.
Die CD wird im kommenden Jahr beim flämischen Alte-Musik-Label Passacaille erscheinen - freuen Sie sich schon jetzt!


Reformationskonzert in der Berliner PhilharmonieBild Quartett Philharmonie

Reformationsgedenken in der Berliner Philharmonie: Mit Gerlinde Sämann, Sopran, Alex Potter, Countertenor, David Munderloh, Tenor, und Dominik Wörner, Bass, hatte sich Concerto Melante - das einzige konsequent auf historischen Instrumenten musizierende Ensemble der Berliner Philharmoniker - unter Leitung von Raimar Orlovsky da eine kompetente, klanglich glanzvolle und bestens aufeinander abgestimmte Sängerriege zur Seite gestellt.

Am 22. Oktober musizierte diese Besetzung im Kammermusiksaal in einem feinsinnig zusammengestellten Programm Werke von Komponisten wie Walter, Buxtehude, Schein, Tunder, Becker, Telemann und Bach.


Phantasm bei Heinrich Schütz MusikfestBild Phantasm

Gott ist mit der guten Sache hieß das Programm, das Gambenconsort Phantasm unter Leitung von Laurence Dreyfus bei seinem Debut-Konzert im Heinrich Schütz Musikfest am 8. Oktober präsentierte. Mit Musik von William Byrd, Alfonso Ferrabosco, Matthew Locke und Henry Purcell wendeten sich die fünf Gambisten darin gegen religiöse Sippenhaft und Vorurteile, aber auch gegen die Politisierung von Religion im Allgemeinen: Ein Thema, das natürlich in unseren Tagen ebenso aktuell - und manchmal lebensbedrohlich - erscheint, wie im England des 16. und 17. Jahrhunderts.

Dieses ohnehin sehr spannungsreiche Konzert hatten die Macher des Festivals, das in diesem Jahr unter dem Motto Aus Liebe zur Wahrheit stand, auch noch an einem sehr passenden Ort programmiert: In der Hochspannungshalle der Technischen Universität.

Hören Sie hier Purcells Fantazia upon one note, eines der in diesem Programm gespielten Werke:



September 2017


Per-Sonat: Neue CDBild Per-Sonat CD

Ein wahrlich großer Wurf ist Ensemble Per-Sonat, geleitet von Mezzosopranistin Sabine Lutzenberger mit dieser CD gelungen, die soeben beim Label Christophorus erschienen ist: Bis an der Welt ihr Ende heißt sie, und zu hören sind darauf Deutsche Lieder der Reformationszeit - von anrührend bis martialisch, von inniger Andacht bis zu feuriger Verehrung.

Doch - wie von Per-Sonat nicht anders gewohnt - kann man auf dieser Einspielung nicht nur einfach wunderschöne und ungemein lyrisch und poetisch interpretierte Musik hören, sondern auch etwas über die Entwicklung der Gattung des deutschen Liedes lernen. Das beginnt mit Zeitgenossen Luthers, wie Senfl, doch dann wird auch der Einfluss Lassos thematisiert, das Ineinanderfließen von geistlichem und weltlichem Liedgut mit Komponisten wie Hassler und Lechner, und schließlich folgt ein Ausblick in den Frühbarock, zu Schein.
Dabei hört man einerseits den roten Faden, der sich durch dieses Genre zieht, andererseits zeigt Per-Sonat aber eben auch, wie sich das Deutsche Lied - parallel zur deutschen Gesellschaft - im Laufe eines Jahrhunderts weiterentwickelt hat. Und das ist eine erstaunlich spannende Geschichte!


Hören Sie hier eines der Lieder von der CD, Johann Hermann Scheins Ach Gott und Herr.



Phantasm bei der TrigonaleBild Phantasm

Um zwei kompositorisch höchst radikale Denker des 16. Jahrhunderts ging es bei dem Konzert, das GambenconsortPhantasm unter Leitung von Laurence Dreyfus am 6. September in Sankt Veit gab: Christopher Tye und Claude Le Jeune.

Im Rahmen des Festivals Trigonale zeigten die fünf Gambisten des Ensembles hier, wie gewagt diese beiden Komponisten in ihren Werken mit den metrischen und harmonischen Traditionen ihres jeweiligen Landes experimentierten; wofür in der Tat eine Gruppe wie Phantasm von Nöten ist, denn in ihrer ganzen Schönheit lassen sich all diese rhythmischen und melodischen Pekuliaritäen nur genießen, wenn sie eben so vibrierend-glanzvoll, topsauber und klar gespielt werden, wie eben von diesen Gambisten!


Le Miroir de Musique in UtrechtBild Le Miroir de Musique

Kaum jemand kennt heute noch die Laienbruderschaft der Brüder und Schwestern des gemeinsamen Lebens - und doch war diese Bewegung, die im Laufe des 14. Jahrhunderts in den Niederlanden entstand und sich dem Studium und der Meditation, aber auch »helfenden Liebeswerken« widmeten, eine Vorbotin der Reformation. Martin Luther selbst, der in Magdeburg eine Schule dieser Bruderschaft besuchte, wurde von ihrem Denken im Hinblick auf seine späteren Ideen stark beeinflusst.

Natürlich entwickelte diese Bruderschaft auch ihre eigene Art der gottesdienstlichen Musik, und diese hat Baptiste Romain in alten Manuskripten erforscht und am 1. September in einem Konzert mit seinem Ensemble Le Miroir de Musique im Festival Oude Muziek Utrecht in großer Besetzung mit vier Sängern und vier Instrumenten wieder zum Klingen gebracht.
Ein spannendes und heute vollkommen unbekanntes Repertoire, ein prachtvolles Konzert!


Phantasm: Gramophone Award!Bild Phantasm

Es hatte sich ja gewissermaßen schon angekündigt, als die CD mit John Dowlands Lachrimae, die GambenconsortPhantasm unter Leitung von Laurence Dreyfus vor einem Jahr herausgebracht hatte, monatelang auf den ersten Plätzen der britischen Classic Charts stand und in diversen Rezensionen geradezu mit Lob überschüttet wurde: Nun wurde diese Aufnahme mit dem Gramophone Award 2017 in der Kategorie Early Music ausgezeichnet.
Laurence Dreyfus und seine Kollegen nahmen den Preis am 13. September bei einer Zeremonie in London mit großer Freude entgegen.
Wir gratulieren!

Und übrigens: Ersten Gerüchten zufolge wird in den nächsten Wochen noch ein zweiter der international bedeutenden Preise an die Dowland-Einspielung gehen; wir werden Sie auf dem Laufenden halten...

Hören Sie hier mit den Lachrimae Antiquae in die ausgezeichnete Aufnahme hinein:



August 2017


Ordo Virtutum in UtrechtBild Ordo Virtutum

Mit ihrem Programm Fragmentum begab sich das Mittelalterensemble Ordo Virtutum unter Leitung von Stefan Johannes Morent am 30. August im Rahmen des Festival Oude Muziek Utrecht auf die Suche nach verlorenen Klängen - ja, einer ganzen verlorenen Welt. Der Hintergrund: Nachdem 1537 auch in Württemberg die Reformation eingeführt worden war, schienen viele alte Notenhandschriften überflüssig, da sie für die reformierte Liturgie nicht mehr zu gebrauchen waren.
So nahm man sie auseinander, und verwendete das wertvolle Pergament beispielsweise als Einband für ein neues Manuskript, oder zur Verstärkung eines Buchrückens.

Wir verdanken es dem Forscherdrang von Stefan Morent, der monatelang in süddeutschen Archive stöberte, dass zumindest einige dieser alten Manuskriptseiten nun wieder zum Klingen gebracht werden konnten; wenn auch nur - wie der Name des Programms schon sagt - in Fragmenten.

Lauschen Sie hier einer Antiphon aus dem Heilig-Blut-Offizium Weingarten:



Per-Sonat und Concerto PalatinoBild Per-Sonat und Concerto Palatino Utrecht

Um Buße und Strafe ging es bei einem Konzert am 29. August im Festival Oude Muziek Utrecht, bei dem die beiden Ensembles Per-Sonat und Concerto Palatino gemeinsam Musik von Heinrich Isaak, Ludwig Senfl, Martin Luther, Ockeghem, Desprez und Lasso zur Aufführung brachten.

In ihrer zweiten Zusammenarbeit präsentierten die neun Musiker dabei in der Utrechter Geertekerk Bußspsalmen der genannten Komponisten mit vier Stimmen, einem Zink und vier Posaunen - einer Besetzung, die den Ernst und die Schwere dieser faszinierenden Musik hervorragend zum Ausdruck brachte, und damit auch die Ernsthaftigkeit, die Komponisten zur Zeit der Reformation diesem Thema widmeten.

Hier können Sie ein Werk aus dem Konzert auf unserem YouTube-Kanal sehen: Orlando di Lassos Vertonung von Psalm 5,Verba mea auribus.

Das Konzert wurde außerdem vom Concertzender mitgeschnitten und wird in Kürze auf diesem Radiosender zu hören sein.


Lorenzo Ghielmi: Solorezital in VredenburgBild Lorenzo Ghielmi

Als Artist in Residence beim diesjährigen Festival Oude Muziek Utrecht hatte Lorenzo Ghielmi nicht nur die Ehre, mit seinem Ensemble La Divina Armonia das Festival zu eröffnen und die neugebaute Orgel im großen Saal des Konzerthauses TivoliVredenburg einzuweihen, sondern natürlich brillierte er auf eben diesem Instrument auch noch mit einem Orgelrezital.

Zwischen Streit und Versöhnung hieß das Programm, das er am 29. August zur Aufführung brachte, und das etwa Musik verschiedener Organisten, die in den kriegerischen Zeiten der Reformation in Diensten eines Papstes oder eines weltlichen Herrschers standen, oder auch für die Gegenreformation komponierten. Dazu erklang auch ein Stück von Arvo Pärt, ebenso wie ein Da nobis pacem aus Lorenzo Ghielmis eigener Feder.

Hören Sie ihn hier mit einem Satz aus Händels Orgelkonzert in B, op. IV, Nr. 2:



Marien-Vigilien mit laReverdie in UtrechtBild laReverdie Utrecht

Vigilia alla laude di Sancta Maria, so war das Konzert überschrieben, das laReverdie am 26. August im Festival Oude Muziek Utrecht gab. Und es hätte theoretisch eine eher eintönige Sache werden können, denn die Musik aus der Cortona - und der Firenze-Handschrift ist einstimmig notiert und großenteils bewusst einfach gehalten, da sie in ihrer Zeit als bewusster Gegenpol der Bettelorden zur Prachtentfaltung in der römisch-katholischen Kirche entstand.

Doch da bestand mit laReverdie nun wahrlich keine Gefahr: Mit Gesang und verschiedensten Instrumenten ließen die sechs Musiker ihr Publikum sowohl die Freude in einer Laude für die heilige Agnes direkt mitfühlen, als auch die geradezu meditativ-schwebende Stimmung bei der Anbetung des Heiligen Geistes, die Einladung zum Lobgesang mitfeiern und die Lebendigkeit in der Laude für San Francisco spüren. Mit rhythmischen Elementen und Improvisation gestalteten sie dieses Programm somit zu einem sehr mitreißenden Erlebnis, ohne doch jemals vom ernsthaften Musizieren ins populistische abzugleiten.

Das Konzert wurde vom Concertzender mitgeschnitten und wird demnächst in dessen Programm zu hören sein.


La Divina Armonia: Ensemble in Residence in UtrechtBild La Divina Armonia

Ist es schon per se eine Ehre, zum Festival Oude Muziek Utrecht eingeladen zu werden - dem größten Alte Musik Festival der Welt, das kürzlich von der European Festival Association auch noch zum besten Festival Europas gekürt wurde -, so wurde diese Ehre für Lorenzo Ghielmi noch gesteigert, da man ihn und sein Ensemble La Divina Armonia auch noch als Artist in Residence der Edition 2017 ausgewählt hatte.

So oblag es Lorenzo Ghielmi und seinen Musikern im Eröffnungskonzert des Festivals am 25. August im großen Saal der TivoliVredenburg, feierlich die neue Barockorgel einzuweihen - die einzige Barockorgel weltweit übrigens, die in einem Konzertsaal dieser Größe jemals gebaut wurde. Mit einigen solistischen Orgelwerken, einer Bachkantate (BWV 35), in der die Orgel als konzertantes Soloinstrument eingesetzt wurde, und einer (BWV 79), in der sie als Continuoinstrument fungierte, kam La Divina Armonia dieser Aufgabe in glanzvollster Weise nach.

Das Konzert wurde vom niederländischen Sender Avotros Klassiek mitgeschnitten und live übertragen.
Sehen Sie es hier in voller Länge auf unserem YouTube-Kanal!
Bild La Divina Armonia

In einem zweiten Konzert am 27. August widmeten sich Lorenzo Ghielmi und seine Musiker unter dem Titel Organistenmusiken dem Kantatenschaffen von Komponisten der Norddeutschen Organistenschule, mit Werken von Tunder, Buxtehude, Pachelbel, Reincken und Lübeck. Diese eher kammermusikalischen, aber unglaublich reizvollen Stücke erklangen im Hertz-Saal der Vredenburg.
Das Konzert wurde vom Concertzender mitgeschnitten und wird in Kürze in voller Länge auf diesem Radiosender zu hören sein.

Sehen Sie hier als Vorgeschmack einen Ausschnitt aus dem Konzert auf unserem YouTube-Kanal: Dieterich Buxtehudes Kantate Salve desiderium.


LaReverdie bei den Festspielen Mecklenburg-VorpommernBild laReverdie

Ein intensives Wochenende hatten Claudia und Livia Caffagni und Elisabetta de Mircovich von laReverdie im hohen Norden Deutschlands: Im Rahmen eines Mittelalter-Wochenendes bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern spielten und sangen sie zwei wunderschöne Programme in reizvoller Umgebung, die noch dazu vom Mittelalterexperten Bernhard Morbach mit instruktiven Texten moderiert wurden.

So erklang am 19. August Musik von Hildegard von Bingen im prachtvollen Schloss Güstrow, am 20. August präsentierten die drei Musikerinnen weltliche Musik des Mittelalters aus Italien, Frankreich und Deutschland an zwei Stationen eines Musikalischen Spaziergangs im und rund um das Kloster Zarrentin.

Sehen Sie hier Teile beider Programme in einem Film von Moderator Bernhard Morbach auf unserem YouTube-Kanal (für Eilige: Die Konzertausschnitte von laReverdie beginnen bei 8:36 und 24:10).


Virtuoses für Zink und Bass in Vantaa BRQBild WM Friedrich

Es war eine ganz neu zusammengestellte Gruppe von Musikern rund um Zinkenist Bruce Dickey und Bassist Wolf Matthias Friedrich, die sich da am 6. August im Festival Vantaa BRQ bei Helsinki zusammenfand. Mit Stefano Rossi, Violine, Adrian Rovatkay, Fagott und Dulzian, und Marcim Szelest, Orgel, hatten sich drei hervorragende Musiker zu den beiden gesellt, die sowohl durch ihr perfektes Ensemblespiel begeisterten, als auch durch ihre ausgezeichneten solistischen Fähigkeiten.

Gemeinsam präsentierten die fünf Musiker ein Programm mit Musik des 17. Jahrhunderts, in dem vor allem die virtuose solistische Bass-Stimme im Fokus stand, oft gepaart mit einem ebenso virtuos agierenden Instrument im Diskant-Register - eben dem Zink. Dabei standen Werke deutscher Komponisten wie Pachelbel oder Rosenmüller ebenso auf dem Programm, wie solche italienischer Kollegen wie Peranda, Rigatti, Merula oder Valentini, und bewiesen einmal mehr, dass sich die Vorlieben von Musikern und Publikum im 17. Jahrhundert nicht an nationalen Grenzen orientierten.
Ein faszinierendes Programm, eine großartige Zusammenarbeit - die sicher nicht die letzte dieses neugegründeten Ensembles gewesen sein dürfte!
Und wenn Sie schon lange keinen wirklich virtuosen Zinkenisten mehr haben spielen hören, dann haben Sie hier in einem Per dolor (nach Tromboncino) die Gelegenheit dazu:



Juli 2017


Baptiste Romain: Professur an Schola Cantorum BasiliensisBild Baptiste Romain

Die Schola Cantorum Basiliensis, eine der bedeutendsten Kaderschmieden der Alten Musik weltweit, hat Baptiste Romain zum Professor ernannt. Wir gratulieren!

Zum 1. September wird Baptiste als Professor für Streichinstrumente des Mittelalters und der frühen Neuzeit die Nachfolge von Randall Cook antreten, und also künftig viele Nachwuchsmusiker auf seinen Instrumenten, beispielsweise der Fidel und der Renaissancevioline, unterrichten. Außerdem spielte bei der Berufung natürlich auch seine intensive wissenschaftliche und musikhistorische Beschäftigung mit den Instrumenten und deren Repertoire eine wichtige Rolle - die unter anderem auf seiner CD The Birth of the Violin auch ihren praktisch-musikalischen Niederschlag fand.

Hier können Sie ihn mit einem Stück aus dem Buxheimer Orgelbuch hören, das auf dieser CD eingespielt wurde:



Neue CD von Le Miroir de MusiqueBild CD Le Miroir de Musique

Und hier ist sie, die vierte CD des ja noch jungen Ensembles Le Miroir de Musique unter Leitung von Baptiste Romain: Johannes Tinctoris - Secret Consolations!
Darauf widmet sich das Ensemble in relativ großer Besetzung - acht Sänger, vier Instrumentalisten - dem heute hauptsächlich für seine bedeutenden Musiktraktate bekannten Johannes Tinctoris (um 1435-1511), der aber einstmals auch zu den angesehensten Komponisten seiner Zeit gehörte.

Insbesondere seine Vielseitigkeit kommt dabei auf dieser CD sehr gut zur Geltung (und macht sie gleichzeitig zu einem höchst abwechslungsreichen Hörvergnügen!), denn Baptiste Romain wählte für die Secret Consolations bewusst Werke aus den verschiedenen Stationen von Tinctoris' Leben in Cambrai, Liège und Neapel aus: Französische und italienische Lieder, Messsätze und Instrumentalsätze.

Hören Sie hier in die CD hinein, mit Tinctoris' O virgo miserere mei.



Hier geht es außerdem zum Trailer der CD auf unserem YouTube-Kanal.


Juni 2017


Und einmal mehr: Breathtaking!Bild Breathtaking

Breathtaking, das wunderbare Programm von Sopranistin Hana Blažíková und Zinkenist Bruce Dickey ist schon weitgereist: In den verschiedensten europäischen Ländern, aber auch in den USA und Kanada präsentierten die beiden Musiker diesen Dialog zwischen Stimme und Zink bereits - und nun auch in der Tschechischen Republik.

Am 26. Juni konzertierten sie gemeinsam mit Mieneke van der Velden, Gambe, Jakob Lindberg, Theorbe, und Kris Verhelst, Cembalo, im Rahmen des Festivals Concentus Moraviae im prächtigen Rittersaal der Burg Pernštejn. Ein perfekter Raum für die außergewöhnlichen und hochvirtuosen Stücke dieses Programms, die auch das tschechische Publikum hoch entzückten.

Hören Sie hier in die CD hinein, welche mit diesem Programm erschienen ist, und genießen Sie Niccolo Corradinis Spargite flores:



Lorenzo Ghielmi: Rezital in Thomaskirche LeipzigBild Lorenzo Ghielmi

Es war nicht nur ein schönes, sondern auch ein sehr interessantes Programm, das Lorenzo Ghielmi da am 15. Juni an der Bach-Orgel der Leipziger Thomaskirche spielte: Martin Luthers Vater unser im Himmelreich wurde darin in Orgelwerken der Norddeutschen Schule thematisiert.

So erklangen bei diesem Konzert im Rahmen des Bachfestes Leipzig Kompositionen von Bruhns, Buxtehude, Böhm und natürlich Bachs selbst, von denen die meisten Bezug auf eben dieses Luther'sche Lied nahmen.
Ein wunderbares Programm, eine hervorragende Aufführung!

Hören Sie Lorenzo Ghielmi hier in einem Live-Mitschnitt eines anderen Konzertes mit einem Teil aus BWV 526:



Phantasm bei Musikfestspielen Potsdam-SanssouciBild Phantasm

Im ausverkauften Palmensaal im Neuen Garten des Schlosses Potsdam-Sanssouci konzertierte Gambenconsort Phantasm unter Leitung von Laurence Dreyfus am 13. Juni sehr stilvoll mit seinem Programm Smoke on the water.

Mit fünf Gamben kamen dabei vor einem höchst aufmerksamen und konzentrierten Publikum Werke aus dem englischen Gambenrepertoire des 16. und 17. Jahrhunderts zur Aufführung, unter anderem von Matthew Locke und Henry Purcell.

Hier können Sie einen Eindruck des Programms gewinnen, in William Byrds Prelude and Goodnight Ground:



Einen schönen Eindruck des Konzerts vermittelt auch eine Rezension im RBB-Kulturradio, die Sie hier nachhören können.


La Galania bei Tagen Alter Musik RegensburgBild La Galania

Es war ihr Debut-Konzert bei den Tagen Alter Musik Regensburg, und es war ein voller Erfolg, als Raquel Andueza mit ihrem Ensemble La Galania am Pfingstmontag, 5. Juni, im wunderschönen Reichssaal ihr Programm Yo soy la Locura (Ich bin die Verrücktheit) musizierten.

Ganz im Sinne dieses provokativen Titels brachten Raquel Andueza und ihre fünf Mitstreiter von La Galania den Saal zum Toben - sei es mit dem Titelstück des Programms, oder mit dem erzählerisch-intensiven Jácara de la trena, das sie hier in einem Mitschnitt aus dem Konzert in einem Video auf unserem YouTube-Kanal genießen können!

In Tönen können Sie die titelgebende Verrücktheit hier erleben:



Und auf unserem Youtube-Kanal erwartet Sie ein Live-Eindruck aus dem Konzert.


Ars Antiqua Austria in JerusalemBild Ars Antiqua Austria

Coulours of Cultures war das Programm überschrieben, das Ars Antiqua Austria unter Leitung von Gunar Letzbor am 2. Juni im Henry Crown Auditorium Jerusalem präsentierte.

Bei dem Konzert im Rahmen des Israel Festival Jerusalem standen Werke des österreichischen Barock auf dem Programm, unter anderem von Weichlein, Bertali, Vejvanovsky und Biber - das Kernrepertoire des Ensembles also, das vom israelischen Publikum mit standing ovations honoriert wurde.

Hören Sie hier einen Ausschnitt aus diesem Programm, Romanus Weichleins Encaenia Musices!



Mai 2017


Alex Potter & friends auf TourBild Alex Potter

Fünf Konzerte in fünf Tagen: Es war ein intensiver Stundenplan, dem Countertenor Alex Potter da gemeinsam mit seinen Kollegen Kirsty Whatley, Harfe, Frauke Hess, Gambe, und Michael Fuerst, Orgel, bei ihrer von der Reihe Netwerk Oude Muziek veranstalteten Tournee durch die Niederlande vom 15. bis zum 20. Mai folgte.

In der Waalse Kerk in Amsterdam, in Delft, Westzaan, Dronten und Deventer präsentierten die Vier einem begeisterten Publikum dabei ihr Programm Heavenly Love mit Musik von Komponisten wie Grandi, Sances, Schütz, Purcell und Buxtehude.
Der rote Faden des Programms: Bei all diesen Stücken handelt es sich theoretisch um geistliche Musik - und doch auch hochemotionale Liebeserklärungen, an Jesus, an Maria, an Gott. Angesichts der ungeheuren Expressivität dieser Werke und ihres kompositorischen Avant-Garde-Charakters stellte das Ensemble hier die Frage, ob sie sich denn überhaupt von weltlichen Liebeserklärungen des Frühbarock unterscheiden?

Genießen Sie Alex Potters außergewöhnlich expressive Interpretationen in einer Arie aus Bachs Matthäuspassion in einem Video auf unserem YouTube-Kanal.


April 2017


Phantasm bei Musica Antiqua NürnbergBild Phantasm

Um Meisterwerke polyphoner Kompositionskunst aus Renaissance und Barock ging es bei dem Programm, das Gambenconsort Phantasm unter Leitung von Laurence Dreyfus am 26. April im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg auf Einladung des Bayerischen Rundfunks in dessen Reihe Musica Antiqua zu Gehör brachte.

Die vier Gambisten spielten Musik von Ferrabosco bis Locke, von Tomkins bis Mozart, und stellten einmal mehr unter Beweis, dass solch anspruchsvolle und komplexe Musik auch ein nicht auf dieses Repertoire spezialisiertes Publikum restlos begeistern kann. Das Konzert wurde vom Bayerischen Rundfunk Studio Franken mitgeschnitten und am 4. Mai ab 20 Uhr in BR Klassik ausgestrahlt.

Lauschen Sie hier einem Kontrapunkt aus Bachs Kunst der Fuge, der Teil dieses Programms war:



Per-Sonat: Codex Cyprus in ZypernBild Per-Sonat

Sie trugen nicht Eulen nach Athen, aber Musik aus dem Codex Cyprus nach Zypern: Im Rahmenprogramm der europäischen Kulturhauptstadt, Pafos2017, präsentierte Per-Sonat unter Leitung von Sabine Lutzenberger am 18. April sein Programm Mer amère. Darin geht es um den kulturellen Austausch zwischen Frankreich und Zypern im 15. Jahrhundert, der sich vor allem im Codex Cyprus, einem der wenigen erhaltenen Musikmanuskripte von der Insel manifestierte.

Sabine Lutzenberger, Tobie Miller, Liz Rumsey und Baptiste Romain zeitigten mit ihrem Auftritt in der Ayia Kyriaki einen großen Erfolg - ist diese Musik auf Zypern selbst doch weitgehend unbekannt.

Hören Sie hier einen Ausschnitt aus diesem Programm, das anyonyme Werk Je vous suppli tres dousse rose aus dem Codex Cyprus:



Phantasm in Schloss EszterhazyBild Phantasm

Ein stilvoller Rahmen - ein österliches Programm: Am Ostersonntag, 16. April, gastierte Gambenconsort Phantasm unter Leitung von Laurence Dreyfus erstmals im ungarischen Schloss Eszterhazy in Fertöd.

Im Haydn-Saal dieser prächtigen Anlage brachten die vier Gambisten ihr neues Programm In Nomine zu Gehör, das in Werken von Komponisten wie Christopher Tye, William Byrd oder Thomas Tallis bis hin zu J.S. Bach und W.A. Mozart zeigt, wie Komponisten verschiedener Jahrhunderte ihre Spiritualität und Religiosität in Musik gossen.

Hören Sie hier ein Werk aus dem Programm, William Byrds dreistimmige Komposition zum Choral Sermone Blando:



Glanzvolle Kooperation: Per-Sonat und Concerto PalatinoBild Per-Sonat und Concerto Palatino Hofkirche

Musik von Heinrich Isaak, Ludwig Senfl und Orlando di Lasso stand auf dem Programm, das die beiden Ensembles Per-Sonat und Concerto Palatino in ihrem ersten gemeinsamen Projekt am 9. April in der wunderbaren barocken Hofkirche Innsbruck musizierten. Fünf Sänger, fünf Bläser vom Feinsten - ein fantastischer Querschnitt durch die Vokalmusik der späten Renaissance: Das war glanzvolles Hörvergnügen pur.

Das Konzert, das unter der Überschrift O du armer Judas stand, fand im Rahmen des Osterfestival Hall in Tirol statt, das sich dieses Jahr ganz um die biblische Figur des Judas drehte.

Und das nächste gemeinsame Projekt der beiden Gruppen ist schon in trockenen Tüchern: Es ist am 29. August dieses Jahres um 15 Uhr beim Festival Oude Muziek Utrecht zu hören!


Hana Blažíková in Monteverdi-OpernBild Hana Orfeo

Claudio Monteverdis 450. Geburtstag nimmt Sopranistin Hana Blažíková zum Anlass, sich in diesem Jahr in erster Linie seinem Werk zu widmen: Die weiblichen Hauptrollen aller drei Opern, Orfeo, Poppea und Il ritorno d'Ulisse in Patria des Komponisten stehen 2017 immer wieder in ihrem Kalender: Von April bis Oktober, vom Osterfestival Aix-en-Provence, über die Opéra de Paris, das Teatro la Fenice in Venedig, die Festspiele in Berlin, Luzern, Edinburgh und Salzburg, das Harris Theatre Chicago bis zum Lincoln Center New York und diversen andere Spielstätten.

Dabei ist Hana Teil der Monteverdi 450-tour John Eliot Gardiners, der all die halbszenischen Aufführungen mit seinem Monteverdi Choir und Orchestra leitet.

Doch auch, wenn Sie keine dieser Aufführungen besuchen wollen, können Sie die Opern in voller Länge erleben. Alle drei wurden von Ozango im La Fenice in Venedig mitgeschnitten und sind noch bis Ende des Jahres kostenlos auf Culturebox zu erleben. Sehen Sie beispielsweise hier Hana als La Musica und Euridice im Orfeo!


März 2017


Phantasm und Dunedin Consort huldigen GibbonsBild Phantasm

Auf Einladung und in Zusammenarbeit mit Sängern des schottischen Dunedin Consort widmet sich Phantasm unter Leitung von Laurence Dreyfus am 29. März in der Canongate Kirk in Edinburgh den Werken Orlando Gibbons' - insbesondere denjenigen, die der Komponist als Mitglied der Chapel Royal für den (einzigen!) Besuch James' VI. von Schottland (oder I. von England) im Jahre 1617 komponierte.

Auf dem Programm des Konzertes stehen außerdem Consorts und Anthems des Komponisten für Sänger und bis zu sechs Gamben, aber auch Consort songs wie The Silver Swan oder Go from my window.

Hören Sie Phantasm hier mit Orlando Gibbons' Fantasia a6 (MB 33), einem Stück aus dem geplanten Programm:



Per-Sonat: Bingen in BingenBild Per-Sonat

»Er küsse mich mit dem Kuss seines Mundes...« ist der Titel des Programms, das Per-Sonat am 21. März, dem Internationalen Tag der Alten Musik in der Johanneskirche in Bingen spielt: Ein musikalischer Dialog zwischen Hildegard von Bingen und Bernhard von Clairvaux - hier die ekstatischen Kompositionen Hildegards, die reich verziert über einen gewaltigen Tonumfang verfügen, dort die nüchternen, beinahe gänzlich unornamentierten Zisterzienserchoräle.

Sabine Lutzenberger, Tobie Miller und Witte Weber wollen damit die eigenwilligen Kompositionen der Hildegard von Bingen und die auf Schlichtheit und Purismus bedachten Gesänge der Zisterzienser und Bernhards von Clairvaux einander gegenüberstellen, und somit die musikalischen Dispute hörbar und erlebbar machen, die diese großen Persönlichkeiten des 12. Jahrhunderts geführt haben - gerade weil diese Ebene des Dialogs der beiden bei weitem nicht so bekannt sein dürfte, wie ihr Briefwechsel.

Hier können Sie einen Eindruck von Hildegards figuraler Kompositionsweise gewinnen, in einem Ausschnitt aus ihrer Antiphon O splendissima gemma:



Breathtaking auf Tour in HollandBild Breathtaking

Ein nicht enden wollender Erfolg ist Sopranistin Hana Blažíková und Zinkenist Bruce Dickey mit ihrem kürzlich auch auf CD erschienenen Programm Breathtaking gelungen: Ist es gemeinhin in der Alten Musik eher selten, dass ein Programm mehrfach in der gleichen Version gespielt wird, da das Repertoire so groß und die Themen der Veranstalter so vielfältig sind, so erweist sich Breathtaking als klare Ausnahme von der Regel. Nach mehreren erfolgreichen Konzerten in Deutschland und Europa waren die beiden Musiker damit im vergangenen Herbst auch in den USA und Kanada zu Gast - und nun gingen sie in den Niederlanden auf Tournee.

Vom 14. bis zum 19. März waren Hana und Bruce gemeinsam mit ihren Kollegen in Almere, Utrecht, Leeuwarden, Deventer, Maastricht und Bloemendaal zu Gast, wobei die Aufführung in Utrecht auch vom Concertzender aufgezeichnet wurde. Die vom Publikum enthusiastisch gefeierten Konzerte fanden im Rahmen der Reihe Netwerk Oude Muziek Holland statt.

Genießen Sie hier ein Duett zwischen Zink und Sopran aus Alessandro Scarlattis Oper Rosinda ed Emireno:



Membra Jesu Nostri in phantastischer BesetzungBild Membra-Konzert Berlin

Ein außergewöhnliches Programm in exquisiter Besetzung: Gemeinsam mit Concerto Melante, dem einzigen konsequent auf historischen Instrumenten musizierenden Ensemble der Berliner Philharmoniker, widmete sich das Gambenenconsort Phantasm mit Laurence Dreyfus und den fünf Sängern Hana Blažíková, Barbora Kabátková, Alex Potter, Charles Daniels und Harry van der Kamp Buxtehudes Kantatenzyklus Membra Jesu Nostri.
Aber nicht nur: Um den meditativen Charakter dieser als Erbauungsmusik angelegten Komposition zu betonen, setzten die Musiker dieses größte oratorische Werk Buxtehudes in einen neuen Kontext. So erklangen zwischen den sieben Kantaten jeweils Stücke aus dem englischen Consort-Repertoire für Gamben - insbesondere solche, die geistliche Titel wie In nomine oder Rubem quem viderat tragen und insofern auch als instrumentale Kompositionen zum Nachsinnen über den Gehalt des - quasi virtuellen - Textes einluden.

Die Konzerte fanden statt am 4. März in der Philharmonie Essen, am 5. März in der Stiftskirche Diez, am 8. März in der Philharmonie Berlin und am 11. März in der Philharmonie Köln.


Februar 2017


Per-Sonat: CD-EinspielungBild Per-Sonat

Lieder vom Werden und Vergehen, so soll die neue CD heißen, die Per-Sonat unter Leitung von Sabine Lutzenberger in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk, Studio Franken, vom 14. bis 16. Februar im Konzerthaus Blaibach eingespielt hat.

Darauf befassen sich die fünf Musiker mit geistlichen und weltlichen Liedern der Reformationszeit, in denen sich der Einfluss dieser religiösen Umwälzung auf die Gesellschaft unter ethisch-moralischen Gesichtspunkten zeigt: Musik von Martin Luther, Ludwig Senfl, Orlando di Lasso und Johann Hermann Schein, ausgeführt mit Renaissancegambe und -violine, Laute, Viola d'arco und Gesang.
Die CD wird am 1. September 2017 beim Label Christophorus erscheinen.

Freuen Sie sich hier an einem Stückchen Senfl mit Per-Sonat (aus einer Liveaufnahme eines Konzertes): Unser Pfarrer ist auf der Bahn:



Boreas Quartett Bremen in AntwerpenBild boreas quartett Bremen

Am 9.Februar 2017 brachte das junge Blockflötenconsort Boreas Quartett Bremen im AMUZ Antwerpen mit seinem Programm Il flauto Magico Konzertbesucherherzen zum Schwingen.

Die vier charmanten Musikerinnen Jin-Ju Baek, Elisabeth Champollion, Julia Fritz und Luise Manske verzauberten ihr Publikum mit einem Abend der Kontraste: viele Flöten, schnelle Wechsel, lebendige Moderation und magischer Consortklang. Auf dem Programm standen Werke von Stefan Thomas, Eustache du Caurroy, Hans Leo Hassler, Thomas Tallis, Byrd, Bach, Palestrina und anderen. Auch einige zeitgenössische Komponisten fanden sich darin, etwa Piet Swerts.

Hören Sie hier einen Ausschnitt aus dem Programm: Piet Swerts Flashing Flutes!



Januar 2017


Phantasm in Mexiko und USABild Phantasm

Polyphonie on tour: Vom 17. bis 31. Januar tourte das Gambenconsort Phantasm unter Leitung von Laurence Dreyfus zwei Wochen lang durch Mexiko und die USA. Fast sämtliche Konzerte dieser Tour kreuz und quer über den Kontinent waren ausverkauft, das Echo aus dem Publikum enthusiastisch bis überwältigend; in Mexiko-Stadt etwa, wo das Konzert freundlicherweise vom Goethe-Institut gefördert wurde, war die Schlange vor dem knapp 1000 Besucher fassenden Auditorio Blas Galindo im Kulturzentrum CENART über hundert Meter lang: Es scheint, als träfe Gambenmusik gerade in politisch frustrierenden Zeiten einen Nerv bei mexikanischen und amerikanischen Hörern!

Die vier Musiker spielten ihr Programm Perlen der Polyphonie mit Musik von Alfonso Ferrabosco bis JS Bach neben Mexiko-Stadt unter anderem im Doheny Mansion Los Angeles, der Frick Collection New York, in Oyster Bay, im Johnny Carson Theatre Lincoln, in Saint Cloud und bei der Bach Society Oregon, wobei einige der Konzerte auch von örtlichen Rundfunksendern mitgeschnitten wurden.
In mehreren der Städte gaben die Gambisten außerdem noch Masterclasses.

Hören Sie Phantasm hier mit einem Live-Ausschnitt aus dem Konzert in New York, der uns freundlicherweise vom Radiosender WQXR New York zur Verfügung gestellt wurde: Richard Micos Fancy no.5 a4:



Linda Nicholsons jüngste CD: Diapason d'Or!Bild CD-Cover

Discovering the Piano, so ist die CD überschrieben, die Linda Nicholson soeben beim renommierten flämischen Alte Musik-Label Passacaille herausgebracht hat. Zu hören sind darauf vielfach unbekannte, aber umso faszinierendere Werke für das Fortepiano von Scarlatti, Paradisi, Platti, Soler, Giustini, Alberti und dem jungen Händel, die beweisen, wie viel bekannter und beliebter als bisher angenommen dieses erst um 1690 erfundene Instrument bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts geworden war.

Inspirieren ließ sich Linda bei dieser höchst gelungenen Einspielung auch von Instrumentenbauer Denzil Wraight, der ihr für die Aufnahme nämlich seinen Nachbau eines Ferrini-Hammerflügels aus dem Italien des frühen 18. Jahrhunderts zur Verfügung gestellt hatte. Der besonders weiche, süße Klang dieses Modells ergänzt Lindas luzide und klar phrasierte, aber ungemein sangliche Spielweise auf das Schönste - und macht es umso verständlicher, dass an den meisten Höfen der Herrschenden und selbst in den Wohnzimmern des wohlhabenden Bürgertums relativ kurz nach der Erfindung dieses Instruments bereits Hammerflügel standen.

Und auch dieser Tage noch scheint dieses Instrument - und insbesondere Lindas Behandlung desselben - gut anzukommen: Wurde die CD doch bereits kurz nach ihrer Veröffentlichung mit dem begehrten Diapason d'Or ausgezeichnet! Wir gratulieren!

Lauschen Sie hier zur Einstimmung auf diese Platte Lodovico Giustinis Corrente aus der Sonata no. I in g-Moll:



Dezember 2016


Gerlinde Sämann: WeihnachtsoratoriumBild Gerlinde Sämann

Bachs Weihnachtsoratorium und Jan Dismas Zelenkas Magnificat in D sang Gerlinde Sämann in zwei Konzerten m 17.und 18. Dezember in der Stadtkirche Bad Cannstadt mit dem Bachchor Bad Cannstadt.
Die Leitung der Konzerte lag bei Jörg-Hannes Hahn.

Hören Sie Gerlinde hier auf einer der jüngsten CDs, die mit ihr erschienen sind, mit Bachs Ich bin ein guter Hirt, BWV 85.



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November 2016


Neu bei Sonus: Le Miroir de MusiqueBild Le Miroir de Musique

Le Miroir de Musique unter Leitung von Baptiste Romain: Das ist Mittelalter zum Mitfühlen: Wenn diese - größtenteils aus dem Umfeld der Schola Cantorum Basiliensis stammenden - Spezialisten für die Musik des Mittelalters und der frühen Renaissance ein Thema oder einen Komponisten angehen, dann stets mit Kopf und Herz. So kann man sich da einerseits über fundierte Forschung und authentische neue Einblicke in oft jahrhundertelang verschollenes Repertoire freuen, andererseits aber auch wirklich mitreißende und begeisternde Aufführungen erleben - davon zeugt auch der große Erfolg der bisher drei CDs des jungen Ensembles.

Ensembleleiter Baptiste Romain ist vielen Mittelalterfreunden schon als einer der weltweit besten Spieler von Fidel, Renaissancevioline und auch Dudelsack aus diversen anderen Ensembles bekannt, die ihn immer wieder für Konzerte und Produktionen einladen, und in Le Miroir de Musique verwirklicht er nun eigene Ideen und Projekte - sei es rund um die Erfindung der höfischen Liebe, die Geburt und Kindheit der Violine in der Renaissance, oder Laienbruderschaften in den Burgundischen Niederlanden als Vorboten der Reformation.

Hören Sie hier Filippo de Luranos Salve, Sacrata.



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Breathtaking auf Tour in USA und KanadaBild Breathtaking-CD

Das Programm ist inzwischen weitgereist: Vom 28. Oktober bis zum 13. November waren Sopranistin Hana Blažíková und Zinkenist Bruce Dickey mit ihrem kürzlich auch als CD erschienenen Programm Breathtaking auf Tournee durch die USA und Kanada. Sie konzertierten unter anderem in Portland, Vancouver, Seattle, San Diego und New York City. Und wen wundert's: Auch das kanadisch-amerikanische Publikum war begeistert!

Zum nächsten Mal wird Breathtaking übrigens im Frühjahr 2017 live zu hören sein, wenn die beiden Musiker mit ihren Kollegen vom 14. bis zum 19. März auf Tournee durch die Niederland reisen werden. Stationen der Tour werden Almere, Utrecht, Leeuwarden, Deventer, Maastricht und Bloemendaal sein.

Genießen Sie hier ein Duett zwischen Zink und Sopran aus Alessandro Scarlattis Oper Rosinda ed Emireno:



David Munderloh nimmt neue Solo-CD aufBild David Munderloh

Nach seiner, vor allem wegen der wunderbar expressiven Textausdeutung und bewussten Natürlichkeit des Vokalparts hochgelobten CD mit Liedern John Dowlands, spielte Tenor David Munderloh Ende Oktober seine zweite Solo-Aufnahme ein, und schon der soeben eingetroffene First Cut dieser CD lässt adventliche Vorfreude aufkommen: Ungemein lyrisch und poetisch geht der Sänger auch diese Lieder an, spielt mit feinsten stimmlichen Ausdrucksmitteln, kongenial begleitet von Julian Behr an der Laute und Silvia Tecardi an der Gambe.

Zu hören sind auf der CD Werke von Henry Lawes (1595-1662) - neben John Wilson einem der beiden Musiker, denen die Ehre zuteil wurde, dass König Charles I. von England seine Hände auf ihren Schultern ruhen ließ, während sie spielten und sangen. Lawes' emotional ungemein eindrückliche und vielschichtige Werke, von ihm selbst schlicht als songs betitelt, sind heute auch deshalb nahezu unbekannt, weil keine ausgeschriebene Lautentabulatur dafür existiert, so dass die Ausgestaltung der Basslinie in den Händen des Lautenisten liegt - eine Anforderung, der nur wenige Musiker gewachsen scheinen.
Doch auch Lawes' Kollege John Wilson kommt auf der Einspielung mit einigen seiner Lauten-Preludes zu Ehren, die sich in ihrer einzigartigen Melodiosität ganz besonders als Interludien zwischen den Liedern eignen.

Freuen Sie sich hier an einem ersten Eindruck vom First Cut, mit Lawes' I'll tell you how:



Oktober 2016


LaReverdie feiert 30. Geburtstag mit Marco PoloBild laReverdie in Venedig

Kaum zu glauben: laReverdie wird in diesem Herbst 30 Jahre alt! Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

Dieses erfreuliche Ereignis begingen die Musikerinnen angemessen feierlich mit zwei Aufführungen ihres großartigen neuen Programms Marco Polo am 29. und 30. Oktober im Auditorium Squero, auf der Isola di San Giorgio in Venedig. Dabei folgten sie den Spuren des mittelalterlichen Weltenbummlers auf seiner Reise durch Asien bis nach China gegen Ende des 13. Jahrhunderts: Der ferne Osten, beschrieben aus der Perspektive eines ritterlichen Dichter-Musikers: Eine außergewöhnliche Kombination, die laReverdie in Musik mit entsprechend außergewöhnlicher Besetzung umgesetzt hat - von den okzidentalen Instrumenten des Mittelalters über die persische Kamancheh bis zur indischen Tablo.

Ein weiteres Konzert mit diesem Programm, das in Rom stattfand, konnte man am 4. Dezember Live-Stream des Radiosenders RAI Radio3 miterleben.

Sehen Sie hier außerdem den Trailer zu Marco Polo auf unserem YouTube-Kanal!


Orgelkonzert Bozar mit Lorenzo GhielmiBild Lorenzo Ghielmi

Die zahlreichen B's der Norddeutschen Orgelschule fanden höchst lyrische und liebevolle Aufmerksamkeit in einem Konzert von Lorenzo Ghielmi in Brüssel am 26. Oktober.

Auf Einladung des Brüssler Konzerthauses Palais des Beaux-Arts (oder kurz: BOZAR) spielte der Organist Werke von Bruhns, Buxtehude, Brunckhorst, Böhm und - natürlich - Bach, an der prächtigen Grenzing-Orgel der Kathedrale zu Brüssel.
Das Konzert wurde vom belgischen Klassik-Sender Klara mitgeschnitten und wird demnächst in dessen Programm zu hören sein.

Hier können Sie Lorenzo Ghielmi mit einem Ausschnitt aus Bachs Triosonate BWV 526 hören:



Und zum Vormerken für Ghielmi-Fans: Beim kommenden Festival Oude Muziek Utrecht (25. August bis 3. September 2017) wird Lorenzo Ghielmi - als Solist und mit seinem Ensemble La Divina Armonia als Artist in Residence zu Gast sein, und sowohl als Organist, als auch mit verschiedenen Ensemble-Programmen konzertieren. Fest im Kalender markieren darf man sich etwa bereits den 25. August, 20 Uhr, wenn das Eröffnungskonzert im großen Saal des Konzerthauses Vredenburg stattfindet!


Per-Sonat in MoskauBild Per-Sonat Moskau

Hildegard von Bingen - Musik einer Heiligen und Heilerin, so war das Programm überschrieben, mit dem Ensemble Per-Sonat sein erstes Konzert beim Festival Musica Mensurata in Moskau gestaltete: Responsorien, Antiphonen und Hymnen der mittelalterlichen Heiligen erklangen hier am 8. Oktober in der Kathedrale St. Peter und Paul mit Sabine Lutzenberger, Sopran, und Baptiste Romain, Fidel und Dudelsack.

Am nächsten Tag waren die beiden Musiker außerdem noch eingeladen, eine Masterclass rund um Hildegards Musik am Moskauer Konservatorium zu geben: Eine großartige und bisher einmalige Gelegenheit für die etwa 25 teilnehmenden Studenten, die Musik der deutschen Mystikerin kennen- und lieben zu lernen!
Die Reise nach Moskau wurde vom Goethe-Institut freundlich und großzügig gefördert.

Genießen Sie hier einen Eindruck von Sabine Lutzenbergers Hildegard-Interpretation mit einem Ausschnitt aus der Antiphon O splendidissima gemma:



September 2016


Neu bei Sonus: Wolf Matthias FriedrichBild Wolf Matthias Friedrich

Wir freuen uns, mit Wolf Matthias Friedrich künftig einen Bassisten vertreten zu dürfen, der alle guten Eigenschaften mitbringt, die ein Sänger für die Aufführung älteren Repertoires benötigt - und noch ein paar mehr darüber hinaus: Seine warme, runde, sehr bewegliche Stimme führt er mit makelloser Technik, kann trotz seines enormen Volumens ungeheuer schlank singen, so dass auch koloraturenreiche Literatur mit ihm höchst vergnüglich zu hören ist.
Weltweit bekannt vor allem für seine Bach-Interpretationen, ist Wolf Matthias Friedrich gerne auch im frühbarocken Repertoire unterwegs, doch in der Romantik ist der Sänger ebenfalls zu Hause. Daneben werden neben den sängerischen auch immer wieder seine darstellerischen Fähigkeiten gelobt - ist er doch auch ein erfahrener Opernsänger - von Barock bis Zeitgenössisch.

Kürzliche Aktivitäten dieses Sängers umfassten beispielsweise zwei Konzerte mit der Brockes-Passion von Gottfried Heinrich Stölzel mit il Gardellino unter Leitung von Peter Van Heyghen, oder eine CD-Einspielung mit Concerto Melante, dem einzigen konsequent auf historischen Instrumenten musizierenden Ensemble der Berliner Philharmoniker, und Musik von Telemann zum Reformationsjubiläum.

Hier können Sie Wolf Matthias Friedrich hören:



Besuchen Sie ihn außerdem auf unserem YouTube-Kanal!


Phantasm: Vivacello und CD-EinspielungBild Phantasm Tye-Aufnahme

Nein, sie haben nicht die Instrumente gewechselt - aber dennoch war Gambenconsort Phantasm unter Leitung von Laurence Dreyfus am 24. September zu Gast im Vivacello-Festival im schweizerischen Liestal, wo sie - zum 400. Todestag des Dichters - ihr Shakespeare-Programm From Shakespeare - with viols: Klänge dem Barden zum Preise mit sechs Gamben und Musik von unter anderem Gibbons, Byrd, Dowland und Tomkins präsentierten.

In den Tagen davor war das Ensemble damit befasst, die nächste CD einzuspielen: Nach dem großen Erfolg der kürzlich erschienenen Aufnahme mit Dowlands Lachrimae (»Die in Berlin residierende englisch-finnische Gambengruppe Phantasm hat diesen Einstünder ihrem Namen entsprechend phantastisch eingespielt...«, freute sich etwa die Süddeutsche Zeitung) kann man sich im kommenden Jahr auf sämtliche Consorts von Christopher Tye freuen. Auch diese CD wird beim schottischen Label Linn-Records erscheinen.

Hören Sie Phantasm hier mit Orlando Gibbons' Peascod time, einem Stück aus dem Shakespeare-Programm:



Carmina Burana mit laReverdieBild laReverdie

»Sie ziehen durch die Welt, studieren die freien Künste in Paris, die Literatur der klassischen Antike in Orléans, Jurisprudenz in Bologna, Medizin in Salerno, die magischen Künste in Toledo - und lernen doch nirgends Moral«, so wetterte der Abt von Froidmont im frühen 13. Jahrhundert gegen die Intellektuellen seiner Zeit: Fahrende Studenten und Professoren, Dichter und Letterati, polyglott und teils mit brillanten akademischen Karrieren, die an den diversen Universitäten Europas zuhause waren und sich austauschten. Und außerdem die Dichter der Sammlung Carmina Burana waren. Was den Abt so erbost haben dürfte, waren wohl unter anderem die satirischen Tiraden über die Verfehlungen des Klerus, die sich in den Carmina zuhauf finden.

Ensemble laReverdie präsentierte einige dieser satirischen Lieder und neo-catullianischen Gedichte in fünfköpfiger Besetzung am 18. September in einem wunderbaren Konzert in der Krypta des Doms zu Speyer, im Rahmen des Festivals Via Mediaeval. Mit viel Charme und einem Augenzwinkern...

Erfreuen Sie sich hier an Procurans odium aus der Carmina Burana:



Ars Antiqua Austria: Vier Jahreszeiten - endlich...Bild AAA Vivaldi

Vivaldis Quattro stagioni dürften auf heutigen Konzertbühnen zu den meistgespielten Werken überhaupt gehören, und stehen darob in Alte-Musik-Kreisen ein wenig im Ruche des abgenudelten Mainstreamrepertoires für Opportunisten. Das war auch der Grund, warum Gunar Letzbor mit seinem Ensemble Ars Antiqua Austria sehr lange gezögert hatte, diese Konzerte auf CD einzuspielen und auch im Konzert aufzuführen.

Doch nun ist's getan - wie und warum, das erklärt Gunar Letzbor im CD-Booklet: Soeben erschien die Einspielung der Jahreszeiten beim Label Challenge Records (bereichert noch durch ein Violinkonzert von Frantisek Jiránek), und fast gleichzeitig spielte Ars Antiqua Austria Vivaldis berühmtesten Zyklus am 3. September im Festival Oude Muziek Utrecht.

Hören Sie hier in die neue CD hinein!


Breathtaking: Die CD ist da!Bild Breathtaking-CD

Von vielen Fans lange ersehnt, ist sie nun seit Anfang September endlich im Fachhandel erhältlich: Die CD Breathtaking: Virtuose, glanzvolle, aber auch wunderbar melodiöse Musik für Zink und Sopran aus dem Italien um 1700, mit Sopranistin Hana Blažíková und Zinkenist Bruce Dickey.

Und die CD bestätigt, wie absolut faszinierend es ist, zu hören, wie Instrument und Stimme sich umspielen und umschlingen, wie vokal ein Zinkenist spielen, wie instrumental eine Sopranistin singen kann.
Die beiden Musiker werden mit diesem Programm in den nächsten beiden Jahren auch noch mehrfach auf Tournee gehen - unter anderem im März 2017 und im Mai 2018. Es sind noch einzelne Termine verfügbar!

Hier können Sie in Sigismondo D'India's Langue al vostro languir hineinhören:



August 2016


Concerto Palatino im Festival Oude Muziek UtrechtBild Concerto Palatino

Francesco Cavalli ist uns heute vor allem durch seine Opern bekannt - dass er auch zahlreiche hervorragende geistliche Werke komponiert hat, gerät dabei leicht in Vergessenheit. Concerto Palatino unter Leitung von Bruce Dickey und Charles Toet erinnerte daran in einem Abendkonzert im Großen Saal des Tivoli-Vredenburg beim Festival Oude Muziek Utrecht, bei dem Cavallis Marienvesper erklang.

Hierfür hatte Bruce Dickey prächtige Motetten aus Cavallis Sammlung Musiche sacre für acht Sänger und 15 Instrumente und glanzvolle Canzonas für Zinken und Posaunen (eine davon gar mit zwei Zinken und insgesamt acht Barockposaunen - eine wahrhaft seltene Besetzung!) als Vespermusik zusammengestellt, wie sie in einem Gottesdienst in San Marco im 17. Jahrhundert zu einem Marienfest erklungen sein könnte: Ungemein großartige und außergewöhnlich farbige Musik voller Glanz und Pracht, aber auch durchsetzt mit wunderbar intimen Momenten.

Hier finden Sie einen Videoausschnitt des Konzertes auf unserem Youtube-Kanal, der einen kleinen Eindruck von der Prächtigkeit dieser Musik vermittelt.


Alex Potter: Rezital in UtrechtBild Alex Potter in Utrecht

La Serenissima, die Republik Venedig, stand dieses Jahr als Thema über dem Festival Oude Muziek Utrecht, dem größten Alte-Musik-Festival der Welt. Am 29. August gab hier Countertenor Alex Potter ein Solorezital mit Werken seltener gespielter Komponisten der Lagunenstadt: Giovanni Legrenzi und Giovanni Rovetta. Von ihnen präsentierte er zusammen mit einem auf unumsponnenen Saiten musizierenden Streicherensemble unter Leitung von Lidewij van der Voort (Violine) diverse geistliche Motetten, die seine sängerischen Qualitäten hervorragend zur Geltung brachten, als da wären eine wunderschöne Intensität des Klangs, perfekte Phrasierung und Intonation, ausgezeichnete Textgestaltung und durchgängig höchste Expressivität!

Doch Alex Potter wäre nicht der Sänger, der er ist, hätte er sich nicht noch ein paar Gedanken mehr über dieses Programm gemacht. Eine direkte Aufeinanderfolge dieser Motetten schien ihm für dieses sakrale Repertoire nicht angemessen, und so verband er sie teilweise mit gregorianischen Antiphonen, teilweise setzten die Streicher mit Canzonen und Sonaten der beiden Komponisten Akzente zwischen die Stücke.

Lauschen Sie hier einem Live-Eindruck aus dem Konzert mit Rovettas Salve Regina:



Laurence Dreyfus beim Gstaad Menuhin FestivalBild Laurence Dreyfus

Er dürfte der erste Diskantgambist gewesen sein, der jemals beim Menuhin-Festival Gstaad als Solist auf der Bühne stand: Am 18. August konzertierte Laurence Dreyfus hier gemeinsam mit Patricia Kopatchinskaja und Anthony Romaniuk in der Kirche Lauenen.

Auf dem Programm stand Musik aus einem ganzen Jahrtausend: Angefangen vom Winchester Troper (entstanden um das Jahr 1000), über Balades von Guillaume de Machaut und Musik von Orlando Gibbons bis hin zu Johann Sebastian Bach und zeitgenössischen Kompositionen.

Sehen Sie hier den Ausschnitt einer Probe zu diesem Konzert auf Youtube.

Vom 25. bis 30. August gab Laurence Dreyfus außerdem einen Meisterkurs im fränkischen Schloss Seehaus.


Hiro Kurosaki, der KonditorBild Hiro Kurosaki

»Stellen Sie sich eine Schachtel voller köstlicher Pralinen vor: Jedes Stück hat eine andere Form und Farbe, auch die Füllung ist ganz unterschiedlich. Manche sind süßer, andere bitterer, manche schmelzen cremig, andere krachen krokantig im Mund. Allesamt sind sie meisterhaft komponierte Kleinodien für die Sinne. Genauso erlebe ich die Telemann‘schen FANTASIEN für Solo-Violine: Eine delikate Sammlung einer überschwenglichen Fülle von Ideen und Emotionen, konzentriert in genialer Reduktion. Einfach köstlich!!!«, so Geiger Hiro Kurosaki über Georg Philipp Telemanns Fantasien für Violine Solo.

Am 16. August spielte er diese Werke auf Einladung der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik in der Nikolauskapelle auf Schloss Ambras. Ein Konzert, das den Besuchern wahrlich Appetit auf mehr machte!

Ein Radiomitschnitt des Konzertes war am 30. August um 19:30 Uhr auf ORF1 zu hören.


Phantasm in Finnland und beim Radovlijca FestivalBild Phantasm Vantaa

Sein Kernrepertoire präsentierte das Gambenconsort Phantasm unter Leitung von Laurence Dreyfus in Bestform am 9. August im Vantaa Baroque Festival im finnischen Helsinki und am 23. August im Schloss Radovlijca in Slowenien im Rahmen des dortigen Alte-Musik-Festivals.

Es erklangen Suiten von Matthew Locke und einge der Royal Consorts von William Lawes für vier Gamben und Laute.

Hier finden Sie ein Video des slowenischen Fernsehens zum Auftritt von Phantasm im Radovlijca Festival.

Sehen Sie Phantasm auch hier mit diversen Videos aus Auftritten in Vantaa in früheren Jahren.


Breathtaking!Bild Breathtaking-Probe

In der St. Severuskirche Boppard erklang am 6. August das wunderbare Programm Breathtaking, das Zinkenist Bruce Dickey und Sopranistin Hana Blažíková zusammen entwickelt und 2015 auch auf CD eingespielt hatten.

Wegen einer Erkrankung Hanas fand dieses Konzert im Rahmen des Festivals Rheinvokal allerdings kurzfristig mit der kanadischen Sopranistin Suzie LeBlanc statt - was der Aufführung eine ganz neue Note verlieh, sie aber nicht weniger glanzvoll ausfallen ließ: Ein wirklich hervorragendes Programm, das die Hörer nicht nur ob seiner Virtuosität, sondern auch ob seiner vielen innigen Momente auch in dieser Besetzung restlos begeisterte!

Für Alle, die nicht live dabei sein konnten: Der Hörfunksender SWR schnitt das Konzert mit und wird es am 3. November ab 20:03 Uhr auf dem Programm SWR2 ausstrahlen.



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