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April 2017


Per-Sonat: Codex Cyprus in ZypernBild Per-Sonat

Sie trugen nicht Eulen nach Athen, aber Musik aus dem Codex Cyprus nach Zypern: Im Rahmenprogramm der europäischen Kulturhauptstadt, Pafos2017, präsentierte Per-Sonat unter Leitung von Sabine Lutzenberger am 18. April sein Programm Mer amère. Darin geht es um den kulturellen Austausch zwischen Frankreich und Zypern im 15. Jahrhundert, der sich vor allem im Codex Cyprus, einem der wenigen erhaltenen Musikmanuskripte von der Insel manifestierte.

Sabine Lutzenberger, Tobie Miller, Liz Rumsey und Baptiste Romain zeitigten mit ihrem Auftritt in der Ayia Kyriaki einen großen Erfolg - ist diese Musik auf Zypern selbst doch weitgehend unbekannt.

Hören Sie hier einen Ausschnitt aus diesem Programm, das anyonyme Werk Je vous suppli tres dousse rose aus dem Codex Cyprus:



Phantasm in Schloss EszterhazyBild Phantasm

Ein stilvoller Rahmen - ein österliches Programm: Am Ostersonntag, 16. April, gastierte Gambenconsort Phantasm unter Leitung von Laurence Dreyfus erstmals im ungarischen Schloss Eszterhazy in Fertöd.

Im Haydn-Saal dieser prächtigen Anlage brachten die vier Gambisten ihr neues Programm In Nomine zu Gehör, das in Werken von Komponisten wie Christopher Tye, William Byrd oder Thomas Tallis bis hin zu J.S. Bach und W.A. Mozart zeigt, wie Komponisten verschiedener Jahrhunderte ihre Spiritualität und Religiosität in Musik gossen.

Hören Sie hier ein Werk aus dem Programm, William Byrds dreistimmige Komposition zum Choral Sermone Blando:



Glanzvolle Kooperation: Per-Sonat und Concerto PalatinoBild Per-Sonat und Concerto Palatino Hofkirche

Musik von Heinrich Isaak, Ludwig Senfl und Orlando di Lasso stand auf dem Programm, das die beiden Ensembles Per-Sonat und Concerto Palatino in ihrem ersten gemeinsamen Projekt am 9. April in der wunderbaren barocken Hofkirche Innsbruck musizierten. Fünf Sänger, fünf Bläser vom Feinsten - ein fantastischer Querschnitt durch die Vokalmusik der späten Renaissance: Das war glanzvolles Hörvergnügen pur.

Das Konzert, das unter der Überschrift O du armer Judas stand, fand im Rahmen des Osterfestival Hall in Tirol statt, das sich dieses Jahr ganz um die biblische Figur des Judas drehte.

Und das nächste gemeinsame Projekt der beiden Gruppen ist schon in trockenen Tüchern: Es ist am 29. August dieses Jahres um 15 Uhr beim Festival Oude Muziek Utrecht zu hören!


Hana Blažíková in Monteverdi-OpernBild Hana Orfeo

Claudio Monteverdis 450. Geburtstag nimmt Sopranistin Hana Blažíková zum Anlass, sich in diesem Jahr in erster Linie seinem Werk zu widmen: Die weiblichen Hauptrollen aller drei Opern, Orfeo, Poppea und Il ritorno d'Ulisse in Patria des Komponisten stehen 2017 immer wieder in ihrem Kalender: Von April bis Oktober, vom Osterfestival Aix-en-Provence, über die Opéra de Paris, das Teatro la Fenice in Venedig, die Festspiele in Berlin, Luzern, Edinburgh und Salzburg, das Harris Theatre Chicago bis zum Lincoln Center New York und diversen andere Spielstätten.

Dabei ist Hana Teil der Monteverdi 450-tour John Eliot Gardiners, der all die halbszenischen Aufführungen mit seinem Monteverdi Choir und Orchestra leitet.

Doch auch, wenn Sie keine dieser Aufführungen besuchen wollen, können Sie die Opern in voller Länge erleben. Alle drei wurden von Ozango im La Fenice in Venedig mitgeschnitten und sind noch bis Ende des Jahres kostenlos auf Culturebox zu erleben. Sehen Sie beispielsweise hier Hana als La Musica und Euridice im Orfeo!


März 2017


Phantasm und Dunedin Consort huldigen GibbonsBild Phantasm

Auf Einladung und in Zusammenarbeit mit Sängern des schottischen Dunedin Consort widmet sich Phantasm unter Leitung von Laurence Dreyfus am 29. März in der Canongate Kirk in Edinburgh den Werken Orlando Gibbons' - insbesondere denjenigen, die der Komponist als Mitglied der Chapel Royal für den (einzigen!) Besuch James' VI. von Schottland (oder I. von England) im Jahre 1617 komponierte.

Auf dem Programm des Konzertes stehen außerdem Consorts und Anthems des Komponisten für Sänger und bis zu sechs Gamben, aber auch Consort songs wie The Silver Swan oder Go from my window.

Hören Sie Phantasm hier mit Orlando Gibbons' Fantasia a6 (MB 33), einem Stück aus dem geplanten Programm:



Per-Sonat: Bingen in BingenBild Per-Sonat

»Er küsse mich mit dem Kuss seines Mundes...« ist der Titel des Programms, das Per-Sonat am 21. März, dem Internationalen Tag der Alten Musik in der Johanneskirche in Bingen spielt: Ein musikalischer Dialog zwischen Hildegard von Bingen und Bernhard von Clairvaux - hier die ekstatischen Kompositionen Hildegards, die reich verziert über einen gewaltigen Tonumfang verfügen, dort die nüchternen, beinahe gänzlich unornamentierten Zisterzienserchoräle.

Sabine Lutzenberger, Tobie Miller und Witte Weber wollen damit die eigenwilligen Kompositionen der Hildegard von Bingen und die auf Schlichtheit und Purismus bedachten Gesänge der Zisterzienser und Bernhards von Clairvaux einander gegenüberstellen, und somit die musikalischen Dispute hörbar und erlebbar machen, die diese großen Persönlichkeiten des 12. Jahrhunderts geführt haben - gerade weil diese Ebene des Dialogs der beiden bei weitem nicht so bekannt sein dürfte, wie ihr Briefwechsel.

Hier können Sie einen Eindruck von Hildegards figuraler Kompositionsweise gewinnen, in einem Ausschnitt aus ihrer Antiphon O splendissima gemma:



Breathtaking auf Tour in HollandBild Breathtaking

Ein nicht enden wollender Erfolg ist Sopranistin Hana Blažíková und Zinkenist Bruce Dickey mit ihrem kürzlich auch auf CD erschienenen Programm Breathtaking gelungen: Ist es gemeinhin in der Alten Musik eher selten, dass ein Programm mehrfach in der gleichen Version gespielt wird, da das Repertoire so groß und die Themen der Veranstalter so vielfältig sind, so erweist sich Breathtaking als klare Ausnahme von der Regel. Nach mehreren erfolgreichen Konzerten in Deutschland und Europa waren die beiden Musiker damit im vergangenen Herbst auch in den USA und Kanada zu Gast - und nun gingen sie in den Niederlanden auf Tournee.

Vom 14. bis zum 19. März waren Hana und Bruce gemeinsam mit ihren Kollegen in Almere, Utrecht, Leeuwarden, Deventer, Maastricht und Bloemendaal zu Gast, wobei die Aufführung in Utrecht auch vom Concertzender aufgezeichnet wurde. Die vom Publikum enthusiastisch gefeierten Konzerte fanden im Rahmen der Reihe Netwerk Oude Muziek Holland statt.

Genießen Sie hier ein Duett zwischen Zink und Sopran aus Alessandro Scarlattis Oper Rosinda ed Emireno:



Membra Jesu Nostri in phantastischer BesetzungBild Membra-Konzert Berlin

Ein außergewöhnliches Programm in exquisiter Besetzung: Gemeinsam mit Concerto Melante, dem einzigen konsequent auf historischen Instrumenten musizierenden Ensemble der Berliner Philharmoniker, widmete sich das Gambenenconsort Phantasm mit Laurence Dreyfus und den fünf Sängern Hana Blažíková, Barbora Kabátková, Alex Potter, Charles Daniels und Harry van der Kamp Buxtehudes Kantatenzyklus Membra Jesu Nostri.
Aber nicht nur: Um den meditativen Charakter dieser als Erbauungsmusik angelegten Komposition zu betonen, setzten die Musiker dieses größte oratorische Werk Buxtehudes in einen neuen Kontext. So erklangen zwischen den sieben Kantaten jeweils Stücke aus dem englischen Consort-Repertoire für Gamben - insbesondere solche, die geistliche Titel wie In nomine oder Rubem quem viderat tragen und insofern auch als instrumentale Kompositionen zum Nachsinnen über den Gehalt des - quasi virtuellen - Textes einluden.

Die Konzerte fanden statt am 4. März in der Philharmonie Essen, am 5. März in der Stiftskirche Diez, am 8. März in der Philharmonie Berlin und am 11. März in der Philharmonie Köln.


Februar 2017


Per-Sonat: CD-EinspielungBild Per-Sonat

Lieder vom Werden und Vergehen, so soll die neue CD heißen, die Per-Sonat unter Leitung von Sabine Lutzenberger in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk, Studio Franken, vom 14. bis 16. Februar im Konzerthaus Blaibach eingespielt hat.

Darauf befassen sich die fünf Musiker mit geistlichen und weltlichen Liedern der Reformationszeit, in denen sich der Einfluss dieser religiösen Umwälzung auf die Gesellschaft unter ethisch-moralischen Gesichtspunkten zeigt: Musik von Martin Luther, Ludwig Senfl, Orlando di Lasso und Johann Hermann Schein, ausgeführt mit Renaissancegambe und -violine, Laute, Viola d'arco und Gesang.
Die CD wird am 1. September 2017 beim Label Christophorus erscheinen.

Freuen Sie sich hier an einem Stückchen Senfl mit Per-Sonat (aus einer Liveaufnahme eines Konzertes): Unser Pfarrer ist auf der Bahn:



Boreas Quartett Bremen in AntwerpenBild boreas quartett Bremen

Am 9.Februar 2017 brachte das junge Blockflötenconsort Boreas Quartett Bremen im AMUZ Antwerpen mit seinem Programm Il flauto Magico Konzertbesucherherzen zum Schwingen.

Die vier charmanten Musikerinnen Jin-Ju Baek, Elisabeth Champollion, Julia Fritz und Luise Manske verzauberten ihr Publikum mit einem Abend der Kontraste: viele Flöten, schnelle Wechsel, lebendige Moderation und magischer Consortklang. Auf dem Programm standen Werke von Stefan Thomas, Eustache du Caurroy, Hans Leo Hassler, Thomas Tallis, Byrd, Bach, Palestrina und anderen. Auch einige zeitgenössische Komponisten fanden sich darin, etwa Piet Swerts.

Hören Sie hier einen Ausschnitt aus dem Programm: Piet Swerts Flashing Flutes!



Januar 2017


Phantasm in Mexiko und USABild Phantasm

Polyphonie on tour: Vom 17. bis 31. Januar tourte das Gambenconsort Phantasm unter Leitung von Laurence Dreyfus zwei Wochen lang durch Mexiko und die USA. Fast sämtliche Konzerte dieser Tour kreuz und quer über den Kontinent waren ausverkauft, das Echo aus dem Publikum enthusiastisch bis überwältigend; in Mexiko-Stadt etwa, wo das Konzert freundlicherweise vom Goethe-Institut gefördert wurde, war die Schlange vor dem knapp 1000 Besucher fassenden Auditorio Blas Galindo im Kulturzentrum CENART über hundert Meter lang: Es scheint, als träfe Gambenmusik gerade in politisch frustrierenden Zeiten einen Nerv bei mexikanischen und amerikanischen Hörern!

Die vier Musiker spielten ihr Programm Perlen der Polyphonie mit Musik von Alfonso Ferrabosco bis JS Bach neben Mexiko-Stadt unter anderem im Doheny Mansion Los Angeles, der Frick Collection New York, in Oyster Bay, im Johnny Carson Theatre Lincoln, in Saint Cloud und bei der Bach Society Oregon, wobei einige der Konzerte auch von örtlichen Rundfunksendern mitgeschnitten wurden.
In mehreren der Städte gaben die Gambisten außerdem noch Masterclasses.

Hören Sie Phantasm hier mit einem Live-Ausschnitt aus dem Konzert in New York, der uns freundlicherweise vom Radiosender WQXR New York zur Verfügung gestellt wurde: Richard Micos Fancy no.5 a4:



Linda Nicholsons jüngste CD: Diapason d'Or!Bild CD-Cover

Discovering the Piano, so ist die CD überschrieben, die Linda Nicholson soeben beim renommierten flämischen Alte Musik-Label Passacaille herausgebracht hat. Zu hören sind darauf vielfach unbekannte, aber umso faszinierendere Werke für das Fortepiano von Scarlatti, Paradisi, Platti, Soler, Giustini, Alberti und dem jungen Händel, die beweisen, wie viel bekannter und beliebter als bisher angenommen dieses erst um 1690 erfundene Instrument bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts geworden war.

Inspirieren ließ sich Linda bei dieser höchst gelungenen Einspielung auch von Instrumentenbauer Denzil Wraight, der ihr für die Aufnahme nämlich seinen Nachbau eines Ferrini-Hammerflügels aus dem Italien des frühen 18. Jahrhunderts zur Verfügung gestellt hatte. Der besonders weiche, süße Klang dieses Modells ergänzt Lindas luzide und klar phrasierte, aber ungemein sangliche Spielweise auf das Schönste - und macht es umso verständlicher, dass an den meisten Höfen der Herrschenden und selbst in den Wohnzimmern des wohlhabenden Bürgertums relativ kurz nach der Erfindung dieses Instruments bereits Hammerflügel standen.

Und auch dieser Tage noch scheint dieses Instrument - und insbesondere Lindas Behandlung desselben - gut anzukommen: Wurde die CD doch bereits kurz nach ihrer Veröffentlichung mit dem begehrten Diapason d'Or ausgezeichnet! Wir gratulieren!

Lauschen Sie hier zur Einstimmung auf diese Platte Lodovico Giustinis Corrente aus der Sonata no. I in g-Moll:



Dezember 2016


Gerlinde Sämann: WeihnachtsoratoriumBild Gerlinde Sämann

Bachs Weihnachtsoratorium und Jan Dismas Zelenkas Magnificat in D sang Gerlinde Sämann in zwei Konzerten m 17.und 18. Dezember in der Stadtkirche Bad Cannstadt mit dem Bachchor Bad Cannstadt.
Die Leitung der Konzerte lag bei Jörg-Hannes Hahn.

Hören Sie Gerlinde hier auf einer der jüngsten CDs, die mit ihr erschienen sind, mit Bachs Ich bin ein guter Hirt, BWV 85.



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November 2016


Neu bei Sonus: Le Miroir de MusiqueBild Le Miroir de Musique

Le Miroir de Musique unter Leitung von Baptiste Romain: Das ist Mittelalter zum Mitfühlen: Wenn diese - größtenteils aus dem Umfeld der Schola Cantorum Basiliensis stammenden - Spezialisten für die Musik des Mittelalters und der frühen Renaissance ein Thema oder einen Komponisten angehen, dann stets mit Kopf und Herz. So kann man sich da einerseits über fundierte Forschung und authentische neue Einblicke in oft jahrhundertelang verschollenes Repertoire freuen, andererseits aber auch wirklich mitreißende und begeisternde Aufführungen erleben - davon zeugt auch der große Erfolg der bisher drei CDs des jungen Ensembles.

Ensembleleiter Baptiste Romain ist vielen Mittelalterfreunden schon als einer der weltweit besten Spieler von Fidel, Renaissancevioline und auch Dudelsack aus diversen anderen Ensembles bekannt, die ihn immer wieder für Konzerte und Produktionen einladen, und in Le Miroir de Musique verwirklicht er nun eigene Ideen und Projekte - sei es rund um die Erfindung der höfischen Liebe, die Geburt und Kindheit der Violine in der Renaissance, oder Laienbruderschaften in den Burgundischen Niederlanden als Vorboten der Reformation.

Hören Sie hier Filippo de Luranos Salve, Sacrata.



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Breathtaking auf Tour in USA und KanadaBild Breathtaking-CD

Das Programm ist inzwischen weitgereist: Vom 28. Oktober bis zum 13. November waren Sopranistin Hana Blažíková und Zinkenist Bruce Dickey mit ihrem kürzlich auch als CD erschienenen Programm Breathtaking auf Tournee durch die USA und Kanada. Sie konzertierten unter anderem in Portland, Vancouver, Seattle, San Diego und New York City. Und wen wundert's: Auch das kanadisch-amerikanische Publikum war begeistert!

Zum nächsten Mal wird Breathtaking übrigens im Frühjahr 2017 live zu hören sein, wenn die beiden Musiker mit ihren Kollegen vom 14. bis zum 19. März auf Tournee durch die Niederland reisen werden. Stationen der Tour werden Almere, Utrecht, Leeuwarden, Deventer, Maastricht und Bloemendaal sein.

Genießen Sie hier ein Duett zwischen Zink und Sopran aus Alessandro Scarlattis Oper Rosinda ed Emireno:



David Munderloh nimmt neue Solo-CD aufBild David Munderloh

Nach seiner, vor allem wegen der wunderbar expressiven Textausdeutung und bewussten Natürlichkeit des Vokalparts hochgelobten CD mit Liedern John Dowlands, spielte Tenor David Munderloh Ende Oktober seine zweite Solo-Aufnahme ein, und schon der soeben eingetroffene First Cut dieser CD lässt adventliche Vorfreude aufkommen: Ungemein lyrisch und poetisch geht der Sänger auch diese Lieder an, spielt mit feinsten stimmlichen Ausdrucksmitteln, kongenial begleitet von Julian Behr an der Laute und Silvia Tecardi an der Gambe.

Zu hören sind auf der CD Werke von Henry Lawes (1595-1662) - neben John Wilson einem der beiden Musiker, denen die Ehre zuteil wurde, dass König Charles I. von England seine Hände auf ihren Schultern ruhen ließ, während sie spielten und sangen. Lawes' emotional ungemein eindrückliche und vielschichtige Werke, von ihm selbst schlicht als songs betitelt, sind heute auch deshalb nahezu unbekannt, weil keine ausgeschriebene Lautentabulatur dafür existiert, so dass die Ausgestaltung der Basslinie in den Händen des Lautenisten liegt - eine Anforderung, der nur wenige Musiker gewachsen scheinen.
Doch auch Lawes' Kollege John Wilson kommt auf der Einspielung mit einigen seiner Lauten-Preludes zu Ehren, die sich in ihrer einzigartigen Melodiosität ganz besonders als Interludien zwischen den Liedern eignen.

Freuen Sie sich hier an einem ersten Eindruck vom First Cut, mit Lawes' I'll tell you how:



Oktober 2016


LaReverdie feiert 30. Geburtstag mit Marco PoloBild laReverdie in Venedig

Kaum zu glauben: laReverdie wird in diesem Herbst 30 Jahre alt! Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

Dieses erfreuliche Ereignis begingen die Musikerinnen angemessen feierlich mit zwei Aufführungen ihres großartigen neuen Programms Marco Polo am 29. und 30. Oktober im Auditorium Squero, auf der Isola di San Giorgio in Venedig. Dabei folgten sie den Spuren des mittelalterlichen Weltenbummlers auf seiner Reise durch Asien bis nach China gegen Ende des 13. Jahrhunderts: Der ferne Osten, beschrieben aus der Perspektive eines ritterlichen Dichter-Musikers: Eine außergewöhnliche Kombination, die laReverdie in Musik mit entsprechend außergewöhnlicher Besetzung umgesetzt hat - von den okzidentalen Instrumenten des Mittelalters über die persische Kamancheh bis zur indischen Tablo.

Ein weiteres Konzert mit diesem Programm, das in Rom stattfand, konnte man am 4. Dezember Live-Stream des Radiosenders RAI Radio3 miterleben.

Sehen Sie hier außerdem den Trailer zu Marco Polo auf unserem YouTube-Kanal!


Orgelkonzert Bozar mit Lorenzo GhielmiBild Lorenzo Ghielmi

Die zahlreichen B's der Norddeutschen Orgelschule fanden höchst lyrische und liebevolle Aufmerksamkeit in einem Konzert von Lorenzo Ghielmi in Brüssel am 26. Oktober.

Auf Einladung des Brüssler Konzerthauses Palais des Beaux-Arts (oder kurz: BOZAR) spielte der Organist Werke von Bruhns, Buxtehude, Brunckhorst, Böhm und - natürlich - Bach, an der prächtigen Grenzing-Orgel der Kathedrale zu Brüssel.
Das Konzert wurde vom belgischen Klassik-Sender Klara mitgeschnitten und wird demnächst in dessen Programm zu hören sein.

Hier können Sie Lorenzo Ghielmi mit einem Ausschnitt aus Bachs Triosonate BWV 526 hören:



Und zum Vormerken für Ghielmi-Fans: Beim kommenden Festival Oude Muziek Utrecht (25. August bis 3. September 2017) wird Lorenzo Ghielmi - als Solist und mit seinem Ensemble La Divina Armonia als Artist in Residence zu Gast sein, und sowohl als Organist, als auch mit verschiedenen Ensemble-Programmen konzertieren. Fest im Kalender markieren darf man sich etwa bereits den 25. August, 20 Uhr, wenn das Eröffnungskonzert im großen Saal des Konzerthauses Vredenburg stattfindet!


Per-Sonat in MoskauBild Per-Sonat Moskau

Hildegard von Bingen - Musik einer Heiligen und Heilerin, so war das Programm überschrieben, mit dem Ensemble Per-Sonat sein erstes Konzert beim Festival Musica Mensurata in Moskau gestaltete: Responsorien, Antiphonen und Hymnen der mittelalterlichen Heiligen erklangen hier am 8. Oktober in der Kathedrale St. Peter und Paul mit Sabine Lutzenberger, Sopran, und Baptiste Romain, Fidel und Dudelsack.

Am nächsten Tag waren die beiden Musiker außerdem noch eingeladen, eine Masterclass rund um Hildegards Musik am Moskauer Konservatorium zu geben: Eine großartige und bisher einmalige Gelegenheit für die etwa 25 teilnehmenden Studenten, die Musik der deutschen Mystikerin kennen- und lieben zu lernen!
Die Reise nach Moskau wurde vom Goethe-Institut freundlich und großzügig gefördert.

Genießen Sie hier einen Eindruck von Sabine Lutzenbergers Hildegard-Interpretation mit einem Ausschnitt aus der Antiphon O splendidissima gemma:



September 2016


Neu bei Sonus: Wolf Matthias FriedrichBild Wolf Matthias Friedrich

Wir freuen uns, mit Wolf Matthias Friedrich künftig einen Bassisten vertreten zu dürfen, der alle guten Eigenschaften mitbringt, die ein Sänger für die Aufführung älteren Repertoires benötigt - und noch ein paar mehr darüber hinaus: Seine warme, runde, sehr bewegliche Stimme führt er mit makelloser Technik, kann trotz seines enormen Volumens ungeheuer schlank singen, so dass auch koloraturenreiche Literatur mit ihm höchst vergnüglich zu hören ist.
Weltweit bekannt vor allem für seine Bach-Interpretationen, ist Wolf Matthias Friedrich gerne auch im frühbarocken Repertoire unterwegs, doch in der Romantik ist der Sänger ebenfalls zu Hause. Daneben werden neben den sängerischen auch immer wieder seine darstellerischen Fähigkeiten gelobt - ist er doch auch ein erfahrener Opernsänger - von Barock bis Zeitgenössisch.

Kürzliche Aktivitäten dieses Sängers umfassten beispielsweise zwei Konzerte mit der Brockes-Passion von Gottfried Heinrich Stölzel mit il Gardellino unter Leitung von Peter Van Heyghen, oder eine CD-Einspielung mit Concerto Melante, dem einzigen konsequent auf historischen Instrumenten musizierenden Ensemble der Berliner Philharmoniker, und Musik von Telemann zum Reformationsjubiläum.

Hier können Sie Wolf Matthias Friedrich hören:



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Phantasm: Vivacello und CD-EinspielungBild Phantasm Tye-Aufnahme

Nein, sie haben nicht die Instrumente gewechselt - aber dennoch war Gambenconsort Phantasm unter Leitung von Laurence Dreyfus am 24. September zu Gast im Vivacello-Festival im schweizerischen Liestal, wo sie - zum 400. Todestag des Dichters - ihr Shakespeare-Programm From Shakespeare - with viols: Klänge dem Barden zum Preise mit sechs Gamben und Musik von unter anderem Gibbons, Byrd, Dowland und Tomkins präsentierten.

In den Tagen davor war das Ensemble damit befasst, die nächste CD einzuspielen: Nach dem großen Erfolg der kürzlich erschienenen Aufnahme mit Dowlands Lachrimae (»Die in Berlin residierende englisch-finnische Gambengruppe Phantasm hat diesen Einstünder ihrem Namen entsprechend phantastisch eingespielt...«, freute sich etwa die Süddeutsche Zeitung) kann man sich im kommenden Jahr auf sämtliche Consorts von Christopher Tye freuen. Auch diese CD wird beim schottischen Label Linn-Records erscheinen.

Hören Sie Phantasm hier mit Orlando Gibbons' Peascod time, einem Stück aus dem Shakespeare-Programm:



Carmina Burana mit laReverdieBild laReverdie

»Sie ziehen durch die Welt, studieren die freien Künste in Paris, die Literatur der klassischen Antike in Orléans, Jurisprudenz in Bologna, Medizin in Salerno, die magischen Künste in Toledo - und lernen doch nirgends Moral«, so wetterte der Abt von Froidmont im frühen 13. Jahrhundert gegen die Intellektuellen seiner Zeit: Fahrende Studenten und Professoren, Dichter und Letterati, polyglott und teils mit brillanten akademischen Karrieren, die an den diversen Universitäten Europas zuhause waren und sich austauschten. Und außerdem die Dichter der Sammlung Carmina Burana waren. Was den Abt so erbost haben dürfte, waren wohl unter anderem die satirischen Tiraden über die Verfehlungen des Klerus, die sich in den Carmina zuhauf finden.

Ensemble laReverdie präsentierte einige dieser satirischen Lieder und neo-catullianischen Gedichte in fünfköpfiger Besetzung am 18. September in einem wunderbaren Konzert in der Krypta des Doms zu Speyer, im Rahmen des Festivals Via Mediaeval. Mit viel Charme und einem Augenzwinkern...

Erfreuen Sie sich hier an Procurans odium aus der Carmina Burana:



Ars Antiqua Austria: Vier Jahreszeiten - endlich...Bild AAA Vivaldi

Vivaldis Quattro stagioni dürften auf heutigen Konzertbühnen zu den meistgespielten Werken überhaupt gehören, und stehen darob in Alte-Musik-Kreisen ein wenig im Ruche des abgenudelten Mainstreamrepertoires für Opportunisten. Das war auch der Grund, warum Gunar Letzbor mit seinem Ensemble Ars Antiqua Austria sehr lange gezögert hatte, diese Konzerte auf CD einzuspielen und auch im Konzert aufzuführen.

Doch nun ist's getan - wie und warum, das erklärt Gunar Letzbor im CD-Booklet: Soeben erschien die Einspielung der Jahreszeiten beim Label Challenge Records (bereichert noch durch ein Violinkonzert von Frantisek Jiránek), und fast gleichzeitig spielte Ars Antiqua Austria Vivaldis berühmtesten Zyklus am 3. September im Festival Oude Muziek Utrecht.

Hören Sie hier in die neue CD hinein!


Breathtaking: Die CD ist da!Bild Breathtaking-CD

Von vielen Fans lange ersehnt, ist sie nun seit Anfang September endlich im Fachhandel erhältlich: Die CD Breathtaking: Virtuose, glanzvolle, aber auch wunderbar melodiöse Musik für Zink und Sopran aus dem Italien um 1700, mit Sopranistin Hana Blažíková und Zinkenist Bruce Dickey.

Und die CD bestätigt, wie absolut faszinierend es ist, zu hören, wie Instrument und Stimme sich umspielen und umschlingen, wie vokal ein Zinkenist spielen, wie instrumental eine Sopranistin singen kann.
Die beiden Musiker werden mit diesem Programm in den nächsten beiden Jahren auch noch mehrfach auf Tournee gehen - unter anderem im März 2017 und im Mai 2018. Es sind noch einzelne Termine verfügbar!

Hier können Sie in Sigismondo D'India's Langue al vostro languir hineinhören:



August 2016


Concerto Palatino im Festival Oude Muziek UtrechtBild Concerto Palatino

Francesco Cavalli ist uns heute vor allem durch seine Opern bekannt - dass er auch zahlreiche hervorragende geistliche Werke komponiert hat, gerät dabei leicht in Vergessenheit. Concerto Palatino unter Leitung von Bruce Dickey und Charles Toet erinnerte daran in einem Abendkonzert im Großen Saal des Tivoli-Vredenburg beim Festival Oude Muziek Utrecht, bei dem Cavallis Marienvesper erklang.

Hierfür hatte Bruce Dickey prächtige Motetten aus Cavallis Sammlung Musiche sacre für acht Sänger und 15 Instrumente und glanzvolle Canzonas für Zinken und Posaunen (eine davon gar mit zwei Zinken und insgesamt acht Barockposaunen - eine wahrhaft seltene Besetzung!) als Vespermusik zusammengestellt, wie sie in einem Gottesdienst in San Marco im 17. Jahrhundert zu einem Marienfest erklungen sein könnte: Ungemein großartige und außergewöhnlich farbige Musik voller Glanz und Pracht, aber auch durchsetzt mit wunderbar intimen Momenten.

Hier finden Sie einen Videoausschnitt des Konzertes auf unserem Youtube-Kanal, der einen kleinen Eindruck von der Prächtigkeit dieser Musik vermittelt.


Alex Potter: Rezital in UtrechtBild Alex Potter in Utrecht

La Serenissima, die Republik Venedig, stand dieses Jahr als Thema über dem Festival Oude Muziek Utrecht, dem größten Alte-Musik-Festival der Welt. Am 29. August gab hier Countertenor Alex Potter ein Solorezital mit Werken seltener gespielter Komponisten der Lagunenstadt: Giovanni Legrenzi und Giovanni Rovetta. Von ihnen präsentierte er zusammen mit einem auf unumsponnenen Saiten musizierenden Streicherensemble unter Leitung von Lidewij van der Voort (Violine) diverse geistliche Motetten, die seine sängerischen Qualitäten hervorragend zur Geltung brachten, als da wären eine wunderschöne Intensität des Klangs, perfekte Phrasierung und Intonation, ausgezeichnete Textgestaltung und durchgängig höchste Expressivität!

Doch Alex Potter wäre nicht der Sänger, der er ist, hätte er sich nicht noch ein paar Gedanken mehr über dieses Programm gemacht. Eine direkte Aufeinanderfolge dieser Motetten schien ihm für dieses sakrale Repertoire nicht angemessen, und so verband er sie teilweise mit gregorianischen Antiphonen, teilweise setzten die Streicher mit Canzonen und Sonaten der beiden Komponisten Akzente zwischen die Stücke.

Lauschen Sie hier einem Live-Eindruck aus dem Konzert mit Rovettas Salve Regina:



Laurence Dreyfus beim Gstaad Menuhin FestivalBild Laurence Dreyfus

Er dürfte der erste Diskantgambist gewesen sein, der jemals beim Menuhin-Festival Gstaad als Solist auf der Bühne stand: Am 18. August konzertierte Laurence Dreyfus hier gemeinsam mit Patricia Kopatchinskaja und Anthony Romaniuk in der Kirche Lauenen.

Auf dem Programm stand Musik aus einem ganzen Jahrtausend: Angefangen vom Winchester Troper (entstanden um das Jahr 1000), über Balades von Guillaume de Machaut und Musik von Orlando Gibbons bis hin zu Johann Sebastian Bach und zeitgenössischen Kompositionen.

Sehen Sie hier den Ausschnitt einer Probe zu diesem Konzert auf Youtube.

Vom 25. bis 30. August gab Laurence Dreyfus außerdem einen Meisterkurs im fränkischen Schloss Seehaus.


Hiro Kurosaki, der KonditorBild Hiro Kurosaki

»Stellen Sie sich eine Schachtel voller köstlicher Pralinen vor: Jedes Stück hat eine andere Form und Farbe, auch die Füllung ist ganz unterschiedlich. Manche sind süßer, andere bitterer, manche schmelzen cremig, andere krachen krokantig im Mund. Allesamt sind sie meisterhaft komponierte Kleinodien für die Sinne. Genauso erlebe ich die Telemann‘schen FANTASIEN für Solo-Violine: Eine delikate Sammlung einer überschwenglichen Fülle von Ideen und Emotionen, konzentriert in genialer Reduktion. Einfach köstlich!!!«, so Geiger Hiro Kurosaki über Georg Philipp Telemanns Fantasien für Violine Solo.

Am 16. August spielte er diese Werke auf Einladung der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik in der Nikolauskapelle auf Schloss Ambras. Ein Konzert, das den Besuchern wahrlich Appetit auf mehr machte!

Ein Radiomitschnitt des Konzertes war am 30. August um 19:30 Uhr auf ORF1 zu hören.


Phantasm in Finnland und beim Radovlijca FestivalBild Phantasm Vantaa

Sein Kernrepertoire präsentierte das Gambenconsort Phantasm unter Leitung von Laurence Dreyfus in Bestform am 9. August im Vantaa Baroque Festival im finnischen Helsinki und am 23. August im Schloss Radovlijca in Slowenien im Rahmen des dortigen Alte-Musik-Festivals.

Es erklangen Suiten von Matthew Locke und einge der Royal Consorts von William Lawes für vier Gamben und Laute.

Hier finden Sie ein Video des slowenischen Fernsehens zum Auftritt von Phantasm im Radovlijca Festival.

Sehen Sie Phantasm auch hier mit diversen Videos aus Auftritten in Vantaa in früheren Jahren.


Breathtaking!Bild Breathtaking-Probe

In der St. Severuskirche Boppard erklang am 6. August das wunderbare Programm Breathtaking, das Zinkenist Bruce Dickey und Sopranistin Hana Blažíková zusammen entwickelt und 2015 auch auf CD eingespielt hatten.

Wegen einer Erkrankung Hanas fand dieses Konzert im Rahmen des Festivals Rheinvokal allerdings kurzfristig mit der kanadischen Sopranistin Suzie LeBlanc statt - was der Aufführung eine ganz neue Note verlieh, sie aber nicht weniger glanzvoll ausfallen ließ: Ein wirklich hervorragendes Programm, das die Hörer nicht nur ob seiner Virtuosität, sondern auch ob seiner vielen innigen Momente auch in dieser Besetzung restlos begeisterte!

Für Alle, die nicht live dabei sein konnten: Der Hörfunksender SWR schnitt das Konzert mit und wird es am 3. November ab 20:03 Uhr auf dem Programm SWR2 ausstrahlen.



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