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Sonus

Agentur für Alte Musik


ARS ANTIQUA AUSTRIApic Ars Antiqua Austria
Ensemble für neue Barockmusik

Fragile Kaiserinnen und ihre komponierenden (und dem kriegerischen Element eher abgeneigten) Ehegesponse, leiblichen Genüssen frönende Fürsterzbischöfe und komponierende Chorherren, die Türken vor Wien oder Nachtwächter im Endstadium der Leberzirrhose: Das sind einige der Themen, mit denen sich ARS ANTIQUA AUSTRIA, dieses ungewöhnliche Barockensemble, beschäftigt, das 1989 in Linz von Gunar Letzbor gegründet wurde.

Denn das Österreich der Barockzeit umfasste nicht nur ein viel größeres Gebiet als den Wurmfortsatz, den man heute auf dem Globus sieht, sondern auch viele Völker mit ihrer jeweiligen Volksmusik — und ihren ganz eigenen Traditionen und gesellschaftlichen Usancen: Die Lebenslust der Südländer, die Melancholie der Slawen, der Formalismus der Franzosen, das Hofzeremoniell der Spanier und der Witz (und manchmal auch die Starrsinnigkeit) der Alpenländler des deutschsprachigen Raumes ergaben in den K.-u.-k.-Landen ein ganz besonderes kulturelles Klima. So entstand mit den Jahrhunderten eine spezielle Mischung aus Kirchen-, Hof- und Volksmusik mit einer tänzerischen Note, die noch heute den typisch österreichischen Stil ausmacht, dem sich ARS ANTIQUA AUSTRIA verschrieben hat.

Dabei setzt das Ensemble neben den altbekannten Größen des Repertoires vor allem auf Neuentdeckungen. So grub Gunar Letzbor in ungebrochenem Forscherenthusiasmus im Laufe der letzten vier Jahrzehnte in staubigen Klosterbibliotheken und dunklen Ecken von Archiven seiner Heimat einen reichen Fundus an faszinierender Musik aus. Zahlreiche Werke von Komponisten wie Weichlein, Biber, Conti, Viviani, Mealli, Arnold, Caldara Aufschnaiter, Vilsmayr, Vejvanovsky, Schmelzer und Muffat gelangten da zu ihrer modernen Uraufführung, über hundert Aufnahmen — überwiegend Ersteinspielungen — erblickten das Licht des CD-Marktes, zum Entzücken von Publikum und Kritik.
Daneben kommen im Wirken von ARS ANTIQUA AUSTRIA aber auch bewährte Größen des barocken Konzertlebens wie Vivaldi oder Bach zu ihrem Recht, oft in ungewöhnlichen, aber doch immer dem aktuellen Stand der Wissenschaft und der historischen Aufführungspraxis verpflichteten Interpretationen — unter anderem auch in der bevorzugten Zusammenarbeit mit den Sängern und Solisten der St. Florianer Sängerknaben für das barocke und klassische Repertoire.

Konzerte und Tourneen führten das Ensemble dabei zu Festivals und Konzerten in ganz Europa; auch in den USA und Japan ist das Ensemble ein gern gesehener Gast. Nicht zuletzt spielt dabei auch Gunar Letzbors Art, die Musik im lockeren Gespräch mit dem Publikum zu präsentieren, eine Rolle: sehr gut gelaunt, sehr eigen, sehr witzig — ganz einfach sehr österreichisch …


SONUS über ARS ANTIQUA AUSTRIA:

Was dieses Ensemble ausmacht ist natürlich zuerst einmal sein ganz besonderer Repertoireschwerpunkt: die österreichische Barockmusik. Dieser Fokus jedoch ist sicherlich auch mitverantwortlich für eine weitere Besonderheit des Ensembles: Seinen außergewöhnlich runden und warmen, dabei aber immer schlanken und sehr beweglichen Klang, den sich die Musiker im Laufe von über 25 Jahren erarbeitet haben - ohne aber doch den Mut zum Schrägen oder gewagt-Scheu&zslig;lichen verloren zu haben, wenn es inhaltlich passt!
In einer Zeit, in der viele Barockensembles der Mode eines geradezu schneidend scharfen Tons frönen, begeistert Ars Antiqua Austria also mit einer klanglichen Ästhetik, die im Hörer unmittelbar die Assoziation eines wohlbeheizten Wiener Café-Hauses mit einem höchst erquicklichen Angebot böhmischer Mehlspeisen auslöst — einfach appetitlich!

Doch der schönste Klang wäre nichts wert, ohne die technischen Qualitäten, die das Ensemble gleichfalls prägen, als da wären ausgezeichnete Intonation, stilsicherer Umgang mit den Partituren, souveräne Vituosität und ein hervorragendes Zusammenspiel — sowohl im österreichischen, als auch in sonstigem Repertoire.


Hörproben


Heinrich Ignaz Franz Biber von Bibern: Sonata VI aus Fidicinium sacro profanum




D. G. Antonio Pandolfi Mealli: Sonate a violino solo




Gregor Werner: Pro Adventu, Cantilena de immaculate Ihr blumenreichen Felder




H . I . F. Biber: Sonaten über die Mysterien des Rosenkranzes - die Geheimnisse des freudenreichen Rosenkranzes
SONATA I: Jesus, den du, o Jungfrau vom Heiligen Geist empfangen hast
I. Praeludium - Einspielung 1996




H . I . F. Biber: Sonaten über die Mysterien des Rosenkranzes - die Geheimnisse des freudenreichen Rosenkranzes
SONATA I: Jesus, den du, o Jungfrau vom Heiligen Geist empfangen hast
I. Praeludium - Einspielung 2019




H . I . F. Biber: Sonata No. 9
Forte Presto




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