Suspirium wurde 1987 unter dem Namen Concerto Palatino von dem Posaunisten Charles Toet und dem Zinkenisten Bruce Dickey gegründet, zwei Musikern, deren Namen man quasi synonym zur Renaissance von Zink und Barockposaune in heutiger Zeit setzen kann, und denen ein Großteil der enormen Fortschritte in der Spieltechnik auf diesen Instrumenten während der letzten Jahrzehnte zu danken ist.
Fast 40 Jahre arbeiteten diese beiden Musiker zusammen, und bildeten in dieser Zeit eine ganze Generation von jungen Zinkenisten und Posaunisten aus, von denen nicht wenige auch regelmäßig mit Concerto Palatino auftraten. Da sich Charles Toet aber 2025 zur Ruhe setzte, wurde das Ensemble in Suspirium umgetauft, um dem jahrzehntelangen Wirken des Posaunisten Tribut zu zollen — auch wenn der größte Teil der heute unter der alleinigen Leitung von Bruce Dickey musizierenden Besetzung schon im alten Ensemble mitgespielt hatte.
Die von Publikum und Kritik stets mit großem Beifall begrüßten Konzerte und Aufnahmen dieses Ensembles trugen zu einer hohen Wertschätzung des vielfach unbekannten, aber doch oft sehr bedeutenden Repertoires für die historischen Blasinstrumente unter den modernen Hörern bei, und regten zahlreiche junge Musiker an, diese Instrumente zu lernen, die eine Generation vorher noch nahezu vergessen waren.
Ein großer Teil des Repertoires von Suspirium gehört naturgemäß zur geistlichen Musik, da Zinken und Posaunen von der ersten Blütezeit der flämischen Polyphonie im frühen 16. Jahrhundert bis in die Zeit von Johann Sebastian Bach - der sie als einer der letzten Komponisten in ernstzunehmender Weise einsetzte - fester Bestandteil der kirchlichen Kapellen sowohl des katholischen Südens, als auch des protestantischen Nordens Europas waren.
Suspirium/Concerto Palatino trat bereits bei unzähligen wichtigen Festivals, auf zahlreichen bekannten Bühnen in Europa, den USA und Japan auf, und wirkt häufig mit anderen führenden Ensembles der Alten Musik Szene zusammen, wie dem Collegium Vocale Gent mit Philippe Herreweghe oder dem Bach Collegium Japan unter Masaaki Suzuki.
SONUS über Suspirium:
Suspirium ist Klangpracht pur: Gibt es ohnehin vielleicht keine andere Besetzung, die barockes und Renaissance-Prachtempfinden klanglich so angemessen darstellt, wie Zinken und Posaunen, so lässt die perfekt ausbalancierte, im Timbre homogene, aber in ihrer optimalen musikalischen Linienführung dennoch sehr durchsichtige Klanglichkeit, die geradezu vokale Diktion dieses Ensembles das Lebensgefühl der Großen und Reichen (Geistlichen) der Epoche vom 16. bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts quasi dreidimensional im Hörer aufscheinen.
Absolut frappierend ist dazu die unglaubliche Virtuosität, mit der die Musiker ihre Instrumente handhaben (ob als Solisten mit Continuo oder im Ensemble), gerade auch in den absolut stilsicher angebrachten Verzierungen und Diminutionen.
Dazu beweist Bruce Dickey immer wieder eine sehr glückliche Hand bei der Auswahl von Streichern oder Vokalsolisten: Da passt der Klang perfekt zu dem der Bläser, da stimmt der musikalische Gestus, so dass auch bei größeren Besetzungen stets ein geschlossenes Ganzes entsteht.
Hörproben
Giovanni Gabrieli: Canzon VIII a 8
Giovanni Gabrieli: Canzon XVI a 12
William Brade: Paduan 18, a 6 - Livemitschnitt
Giovanni Gabrieli: Plaudite, psallite a 12 - Livemitschnitt
Giuseppe Guami: Canzon 25, a8 - Livemitschnitt
Video zur Crowdfunding-Kampagne des Projekts Sternenmusik